lion energy: lion-Powerblock

(Grafik: Otag)Otag: lion-Powerblock (Grafik: Otag)

(Grafik: Otag)

Elektrische Leistung: 2 kW
Technologie: Dampfmotor (Linator)
Brennstoff: Erdgas, Flüssiggas, Pellets
Status: Erhältlich

Die Unternehmen Otag und Button Energy entwickelten ab dem Jahr 2000 in Kooperation den Powerblock, dessen Variante für Gas zwischen 2005 und 2011 von Otag in Deutschland unter dem Namen lion-Powerblock vertrieben wurde, beziehungsweise dessen Holzpelletvariante bis heute von Button Energy in Österreich unter dem Namen bison-Powerblock vertrieben wird.


Otag meldete im Dezember 2011 Insolvenz an. Investoren aus dem Umfeld von Otag gründeten daraufhin das Unternehmen lion energy, welches die Rechte am lion-Powerblock erwarb und am bisherigen Firmensitz von Otag die Entwicklung, den Service und den Vertrieb des lion-Powerblocks aufgenommen hat. Auch für Deutschland ist die Einführung einer Holzpelletversion des Powerblocks in Planung. Eine in Kooperation mit der RWTH Aachen entwickelte Variante für Heizöl befindet sich in einem frühen Entwicklungsstadium.

Otag lion-Powerblock oil Prototyp (Bild: IWO)Otag lion-Powerblock bei Kunden (Bild: Otag)Otag lion-Powerblock Service (Bild: Otag)Otag lion-Powerblock (Bild: Otag)Linator Motor des Otag lion-Powerblock (Grafik: Otag)

(Bilder: Otag)

Für Bewegung im lion-Powerblock sorgt der sogenannte Linator. Die Bezeichnung Linator ist eine Eigenmarke und beschreibt eine Doppelfreikolbendampfmaschine, welche mittels eines integrierten Generators durch die oszillierende lineare Bewegung des Kolbens Strom erzeugt. Wie auch beim Stirlingmotor findet die Verbrennung extern statt, so dass auch beim Linator konstruktionsbedingt eine hohe Flexibilität hinsichtlich des Brennstoffs besteht. Die elektrische Leistung des Linators ist an die thermische Leistung gekoppelt und reicht von 0,3 kW bei einer Heizleistung von 3 kW bis zu 2 kW elektrischer Leistung bei Abruf einer Heizleistung von 16 kW.


Fernsehbericht zum lion-Powerblock pellet (Video: WDR)

Der lion-Powerblock verfügt serienmäßig über eine Fernsteuerung und Fernwartung mittels eingebautem GSM-Modem. Für Gebäude in ländlicher Umgebung mit schlechtem Empfang steht als Alternative ein Modem zur Verfügung. Eine LAN-Schnittstelle sowie ein integrierter Webserver für den Fernzugriff sind in Planung. Zudem erhalten technisch interessierte Kunden das Serviceprogramm für Windows von den Herstellern auf Wunsch zur Verfügung gestellt. Der lion-Powerlock hat kein festes Wartungsintervall. Die Steuerung ermittelt anhand von Sollwertabweichungen automatisch den tatsächlichen Wartungsbedarf. In der Praxis erfolgt die Wartung in etwa einmal jährlich. Zukünftig werden längere Zyklen von bis zu zwei Jahren mit verbesserten Verschleißteilen angestrebt. Die Kosten für die Wartung belaufen sich inklusive Anfahrt auf etwa 250 bis 300 Euro. Damit liegen die Wartungskosten des Powerblocks über denen eines Stirlingmotor-BHKW, jedoch unter den Kosten der Wartung von einem BHKW mit klassischem Verbrennungsmotor.


7. BHKW-Info-Tag 2011: Das lion-Powerblock Nano-BHKW mit Linator
(Video: BHKW-Forum e.V., Kamera: B. Beyer, Bearbeitung: L. Stahl)

lion-Powerblock gas
Der lion-Powerblock für den Betrieb mit Erdgas und Flüssiggas wurde ab dem Jahr 2000 entwickelt und 2003 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach zahlreichen Feldtests wurden seit Dezember 2005 mehr als 300 lion-Powerblock an Kunden ausgeliefert. Nach Anfangsschwierigkeiten mit der Haltbarkeit des Linator Motors haben Otag und Button Energy die Entwicklung des Linators vorangetrieben und können das Dampfsystem seit 2010 mit reinem Wasser ohne schwer handhabbare Zusätze wie Ammoniak fertigen. Seit dem Jahr 2010 werden im Rahmen der normalen Wartung die alten Linator Motoren kostenlos durch die neue verbesserte Version ersetzt. Alle seit Mitte 2010 durch Otag bzw. lion energy und Button Energy ausgelieferten Modelle verfügen bereits ab Werk über den neuen verbesserten Motor.

lion-Powerblock pellet / bison-Powerblock
Der von Otag unter dem Namen lion-Powerblock pellet und von Button Energy unter dem Namen bison-Powerblock für den Betrieb mit Holzpellet angebotene Powerblock kann auf eine lange Entwicklung zurückblicken. Bereits im Mai 2005 stellte Otag in Hannover erstmals eine Designstudie für eine Pelletsvariante vor. Im August 2008 präsentierte Otag erstmals einen funktionstüchtigen Prototypen welcher wenige Monate später auf Ausstellungen seine Funktion bewiesen hat. Seit Oktober 2009 befinden sich zudem 10 Geräte von Otag im Feldtest um das Gerät weiter zu verbessern. Derzeit befindet sich das Gerät in Deutschland der Zertifizierungs- und Zulassungsphase. In Österreich hingegen wurden bereits 2011 die ersten Anlagen von Button Energy an Kunden ausgeliefert. Für 2012 sei die Produktion und der Vertrieb von 120 Powerblock in Österreich geplant, so Button Energy Geschäftsführer Matthias Knopf im Interview mit der BHKW-Infothek.

lion-Powerblock oil
Bei der Entwicklung einer Variante des lion für Heizöl wurde ein wichtiges Etappenziel erreicht. Seit März 2011 befinden sich 5 Prototypen im Erprobungsbetrieb auf Prüfständen der RWTH Aachen sowie in den Eigenheimen von Otag Mitarbeitern für eine praxisnahe Erprobung. Zum Einsatz kommt ein “Kalte-Flamme” genanntes Verbrennungsverfahren mit Porenbrenner für Heizöl, welches einen hohen Wirkungsgrad und eine breite Modulation ermöglichen soll. In wie weit die Entwicklung der Heizölvariante nach der Insolvenz von Otag durch die lion energy fortgeführt wird, ist derzeit noch unklar.


Herr von Haller, Der lion Powerblock von OTAG (Video: BHKW-Infothek)

Nachrichten: News zum lion-Powerblock und bison-Powerblock sowie der Otag Insolvenz
Diskussion: Der Powerblock in unserem Diskussionsforum
Webseite: www.powerblock.eu, www.buttonenergy.at


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