Erneuerbare und KWK können Atomkraft ersetzen

Nach den Geschehnissen in Japan und angesichts der bevorstehenden Wahlen wurden 7 der 17 Atommeiler für eine dreimonatige Überprüfungspause durch die Bundesregierung vom Netz genommen. Neben den im Raum stehenden Schadenersatzansprüchen der Energiekonzerne gegen dieses möglicherweise illegale Vorgehen der Regierung stellt sich die Frage: Was kommt nach dem sogenannten „Moratorium“?

Die Energiekonzerne werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Bau umweltschädlicher Kohlekraftwerke und einen weiteren Ausbau der Netze fordern. Eine Kehrtwende in der Energiepolitik könnte jedoch auch intelligenter erfolgen. Dezentrale Erzeugung nah am Verbraucher und schnell regelbare Erzeugungsanlagen wie Blockheizkraftwerke stehen als echte Brückentechnologie bereit.

„In einem Konzeptpapier für die Landesregierung haben wir einen Energieentwicklungspfad skizziert“, so Prof. Dr. Weber, Leiter des Fraunhofer ISE. Das Fraunhofer Institut skizziert in diesem Konzeptpapier, wie die Atomkraftwerke in Baden-Württemberg sukzessiv im Zeitrahmen der bisherigen Laufzeiten bis 2022 durch Kraft-Wärme-Kopplung und Erneuerbare Energien ersetzt werden können. Diese Betrachtung aus dem Ländle hält der BHKW-Forum e.V. für ganz Deutschland anwendbar.

Auf Basis der Entwicklung der vergangenen Jahre und unter Berücksichtigung der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit im Jahr 2010 zieht das Fraunhofer ISE folgende Schlüsse:

  • Atomenergie und Steinkohle können bis Mitte der 2020er Jahre kontinuierlich heruntergefahren werden und durch EE ersetzt werden.
  • Bereits 2015 können die EE den Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung übersteigen.
  • KWK-Anlagen nehmen in dem zukünftigen Energiemix eine bedeutende Position ein. Die Erd- und Biogas betriebenen Anlagen eignen sich bestens für den Lastausgleich der Erneuerbaren und liefern Prozess- und Heizwärme für Haushalte, öffentliche Einrichtungen und die Industrie, wodurch sie hohe Gesamtwirkungsgrade erreichen.

Die Untersuchung fordert einen hohen Anteil an lokaler Stromerzeugung. Darüber hinaus soll die Energieversorgung sicher und finanzierbar bleiben. Das langfristige Ziel sollte laut dem Fraunhofer ISE eine komplette Umstellung auf Erneuerbare Energien sowie einer intensiven Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung sein. „Unser Konzeptpapier legt dar, dass ein zügiger Ausstieg aus Kernenergie und Steinkohle technisch möglich und die Energiesicherheit durch Erneuerbare Energien, Speicherung sowie Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) trotzdem gewährleistet ist“, so Prof. Weber.

Download: Das Konzeptpapier des Fraunhofer ISE als PDF

 

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