LichtBlick ZuhauseKraftwerke wechseln vom KWKG zum EEG

Volkswagen ZuhauseKraftwerk EcoBlue (Foto: Volkswagen)Während die Strompreise für Endverbraucher unaufhörlich in die Höhe schießen und teilweise bereits 30 Cent je Kilowattstunde erreicht werden, bricht der Großhandelspreis für Strom in Deutschland zusammen. An der Leipziger Strombörse EEX erhielten Einspeiser im laufenden Quartal nur noch etwa 3,5 Cent je Kilowattstunde und damit rund 22 Prozent weniger als noch im Vorquartal. Für BHKW-Betreiber wird die Einspeisung in das Stromnetz somit zu einem Geschäft, welches nichteinmal die Kosten für den Erdgasbezug deckt.

Eine Konzernlösung für LichtBlick
Während für Mikro-BHKW-Betreiber der Wechselwunsch zum EEG-Betrieb an einem zu teuren Bezugspreis für zertifiziertes Bioerdgas scheitert, ist es für den Energiekonzern aus Hamburg ein Leichtes, seine ZuhauseKraftwerke mit Bioerdgas aus dem eigenen Angebot zu versorgen: „Als Anbieter mit dem größten Biogasportfolio in Deutschland kann LichtBlick auch hier alle Prozesse und Wertschöpfungsstufen abbilden“, erklärt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Für die Umstellung auf eine bilanzielle Bioerdgasversorgung sind zudem keine technischen Änderungen an den EcoBlue-BHKW von Volkswagen erforderlich. Lediglich die aus dem Erdgasnetz entnommene Gasmenge wird bilanziell als Bioerdgas eingekauft und andernorts – beispielsweise durch eine Biogasanlage – in das Erdgasnetz eingespeist.

Nachdem in den letzten Monaten bereits 206 ZuhauseKraftwerke umgestellt wurden, sollen 60 weitere Anlagen im Herbst vom KWKG zum EEG wechseln. Hintergrund der Umstellung ist laut LichtBlick auch die mit der letzten EEG-Novelle eingeführte Flexibilitätsprämie. Diese Prämie soll Anreize schaffen, Biomasse-Strom nachfragegerecht in das Stromnetz einzuspeisen und so das Stromnetz zu stabilisieren. Obwohl diese Leistung ebenso durch erdgasbetriebene Mikro-BHKW erbracht werden könnte, hat es der Gesetzgeber bisher versäumt, entsprechende Regelungen mit der KWKG-Novelle einzuführen.

Alternativen für Kleinanlagen
Für die Betreiber von Mikro-BHKW wird es aufgrund der weit unter den Erdgaspreis fallenden Einspeisepreise hingegen zunehmend attraktiv, den Eigenverbrauch und damit die Substitution von teurem Bezugsstrom zu optimieren. So kann es je nach Lastprofil der versorgten Gebäude ratsam sein, Mikro-BHKW nachts abzuschalten und auch die Laufzeiten am Tag nach Möglichkeit in die Zeiträume des größten Strombedarfes zu legen.

Darüber hinaus kann auch wirtschaftlich sinnvoll sein, tagsüber überschüssigen KWK-Strom mit Heizschwerten in Wärme umzuwandeln. Gleichwohl verkürzt sich durch die Umwandlung von Strom in Heizwärme durch Tauchsieder natürlich auch die Laufzeit zur Stromerzeugung. Im Vorteil sind an dieser Stelle BHKW-Modelle, die ihre Leistung bedarfsgerecht modulieren können. Zwar beherrschen stromerzeugende Heizungen oftmals eine Leistungsmodulation, doch scheitert eine dahingehende Optimierung in der Praxis oftmals an den Steuerungen von Mikro-BHKW, die größtenteils nicht in der Lage sind, die Modulation anhand von Stromzählern am Netzverknüpfungspunkt bedarfsgerecht in Echtzeit anzupassen.

Hintergrund: Das ZuhauseKraftwerk
Der Energieversorger LichtBlick erregte mit seiner vollmundigen Ankündigung 100.000  ZuhauseKraftwerke von Volkswagen bei Contracting-Kunden installieren zu wollen vor etwa vier Jahren große mediale Aufmerksamkeit. Die Zahl der tatsächlich installierten Anlagen, wie auch das eigentliche Geschäftskonzept von LichtBlick mit einem Vertrieb im Rahmen eines Energieliefercontractings mit Stromvolleinspeisung, bleiben jedoch weit hinter den Erwartungen zurück, so dass auch LichtBlick das Gerät mittlerweile zu einem Preis von 27.990 Euro zuzüglich Umsatzsteuer und Installationskosten an Endkunden verkauft.

Produziert werden die BHKW vom Typ EcoBlue von Volkswagen im Werk Salzgitter. Mitte 2009 stellte VW mit dem BluePower sein erstes BHKW-Modell der Öffentlichkeit vor. Nach weiterer Entwicklung wurden 2010 die ersten Geräte der zweiten Serie vom Typ EcoBlue durch LichtBlick bei Kunden installiert. Zum Einsatz kommt ein Gasmotor mit 2 Liter Hubraum, welcher auch im VW Caddy sowie VW Touran EcoFuel Verwendung findet und im EcoBlue eine elektrische Leistung von 19,2 kW bei einer Heizleistung von 36,1 kW bereitstellt.


ZuhauseKraftwerk in grün: Der SenerTec Dachs Pro 20 auf der ISH 2013
(Video: BHKW-Infothek)

Derzeit arbeitet Volkswagen zudem an einer technischen Überarbeitung des EcoBlue, welche die im realen Betrieb ermittelten Verbesserungspotentiale ausschöpfen soll, wie LichtBlick-Pressesprecher Ralph Kampwirth im Oktober des letzten Jahres gegenüber der BHKW-Infothek erklärte.

LichtBlick ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, welches auf das überarbeitete EcoBlue von Volkswagen wartet. Auch der BHKW-Hersteller SenerTec plant zukünftig das ZuhauseKraftwerk in grün als „Dachs Pro 20“ anzubieten. Nach einem Feldtest von Sommer bis Herbst dieses Jahres soll der Dachs Pro 20 im kommenden Jahr einschließlich Pufferspeicher, Systemkomponenten sowie Einbringung für etwa 36.500 Euro erhältlich sein.

Nachrichten: Weitere Meldungen zum ZuhauseKraftwerk von LichtBlick
(Titelbild: Volkswagen AG)

Ein Artikel von Louis-F. Stahl

 

3 Responses to LichtBlick ZuhauseKraftwerke wechseln vom KWKG zum EEG

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