Mini-KWK-Impulsprogramm: 4.270 Mikro-BHKW in einem Jahr

BAFA Förderstopp (Bild: BHKW-Infothek)In jüngster Vergangenheit gab es viel Wirbel um die Finanzierung und damit die Fortführung des Mini-KWK-Impulsprogramms. Nachdem die Finanzierung seit Mai wieder gesichert ist, präsentiert das für die administrative Umsetzung des Programms zuständige BAFA jetzt die Bilanz der ersten 15 Monate des auch unter dem Namen „BAFA-Förderung“ bekannten Mini-KWK-Impulsprogramms.

Klasse statt Masse
Gemessen an Hunderttausenden Gas-Brennwertgeräten, die jedes Jahr in deutschen Immobilien installiert werden, erscheinen die im Rahmen der Förderung erfassten 4.270 Mikro-BHKW noch immer nur als Randerscheinung auf dem Heizungsmarkt. Dennoch zeigten sich zahlreiche BHKW-Hersteller in Gesprächen mit der BHKW-Infothek relativ zufrieden über den Anstieg Ihrer Absatzzahlen durch das Förderprogramm. Insbesondere da eine Überförderung mit anschließendem Absatzeinbruch wie beim letzten Impulsprogramm von 2008 durch die maßvolle Förderung vermieden wird.

Gesamtwirtschaftlicher Einfluss
Mit einem Fördervolumen von knapp 9 Millionen Euro wurde zwischen April 2012 und Juni 2013 insgesamt eine elektrische Leistung von fast 20 Megawatt realisiert. Wie das BAFA mitteilt, stehen den bewilligten Fördergeldern 40 Millionen Euro an direkten Investitionen für die geförderten BHKW-Module und dem Einbau der Mikro-Blockheizkraftwerke gegenüber. In Folge dieser Maßnahmen soll es zu etwa 73 Millionen Euro an gesamtvolkswirtschaftlich dadurch ausgelösten Investitionen gekommen sein. Das bedeutet, dass pro Euro an staatlicher Förderung über 4,50 Euro im BHKW-Bereich und sogar über 8,10 Euro gesamtvolkswirtschaftlich ausgelöst wurden.

Die Bilanz der Mikro-BHKW-Förderung nach 14 Monaten

BundeslandAnzahlAnteil
in Prozent
Leistung
in kW
Förderung
in Euro
Gesamt4.270100 %18.940 kW8.913.011 €€
Nordrhein-Westfalen100623.642002076719
Bayern66515.628091384061
Baden-Würtemberg55313.020591096172
Niedersachsen52112.231891182976
Hessen3127.3977598325
Rheinland-Pfalz2495.81017509757
Schleswig-Holstein2034.81084456760
Sachsen1974.6877410928
Sachsen-Anhalt1212.8622270709
Brandenburg1072.5444219640
Thüringen1042.5396214573
Berlin892.1447183265
Mecklenburg-Vorpommern531.2378125980
Saarland400.915173620
Hamburg310.716367666
Bremen190.413041860
Förderungshöhe
Lagen die Fördersätze bei dem letzten Impulsprogramm von 2008 zum Teil weit über 10.000 Euro, so scheint der Spitzenfördersatz im aktuellen Impulsprogramm mit 3.500 Euro zwar gering, allerdings verhindert diese maßvolle Förderung die Entstehung einer Absatzblase, die mit dem Auslaufen der Förderung platzen würde. Die Berechnung der aktuellen Förderung erfolgt in vier Stufen, welche kumuliert werden. Die Grundförderung beträgt 1.500 Euro. Für Anlagen mit mehr als einem kW elektrischer Leistung kommen bis 4 kW Leistung 300 Euro je kW hinzu. Für über 4 kW bis 10 kW je kW weitere 100 Euro und für 10 kW bis 20 kW weitere 50 Euro je kW elektrischer Leistung. Daraus ergeben sich bei einer Anlage mit 20 kW 3.500 Euro Förderung.

Eine Anlage mit 5,5 kW wie der Dachs HKA Profi von SenerTec erhält somit beispielsweise 2.550 Euro Förderung und die Nano-KWK-Wandthermen von Viessmann, Remeha und Brötje sowie das Vaillant ecoPOWER 1.0 werden mit 1.500 Euro gefördert.

Investitionsgefälle
Auffällig ist die stark ungleichmäßige Verteilung der Förderung. Während Nordrhein-Westfalen als ohnehin schon bevölkerungsreichstes Bundesland mit der zusätzlichen Förderung „progres.nrw“ den BHKW-Absatz auf insgesamt über Eintausend Anlagen angeheizt hat, wurden in Bremen und Hamburg nur 19 beziehungsweise 31 Mikro-BHKW installiert. Neben der direkten lokalen Förderung spielt jedoch auch die Informationslage von Hausbesitzern eine bedeutende Rolle. Auch hier geht NRW mit gutem Beispiel voran: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bietet mit zahlreichen Informationsangeboten und einem BHKW-Rechner Bauherren ein umfangreiches Beratungsangebot.

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Ein Artikel von Louis-F. Stahl

 

3 Kommentare zu Mini-KWK-Impulsprogramm: 4.270 Mikro-BHKW in einem Jahr

  1. Stefan Kupp sagt:

    Das die Hersteller mit dem Absatz der BHKW zufrieden sind ist mir ein Rätsel. Gegenüber den Brennwertkesseln, die aus dem wertvollen Brennstoff nur Wärme machen, haben die BHKW klare Vorteile bei Effizienz und Umweltschonung. Würden die Module nicht als Exoten behandelt, sondern wie ein gutes Produkt, könnten die Preise sicher sinken und der Absatz steigen.

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