ÖkoFEN Pellematic Smart_e ausführlich vorgestellt

ÖkoFEN Holzpellet-BHKW Pellematic Smart_e Entwurf (Bild: ÖkoFEN)Das Unternehmen ÖkoFEN ist ein etablierter Hersteller von Holzpellet-Heizungen mit europaweitem Erfolg. Im Jahr 2011 gab das Unternehmen bekannt, ein Holzpellet-BHKW unter dem Projektnamen ÖkoFEN_e entwickeln zu wollen. Das BHKW soll aus einer Kombination des bewährten Pellematic Smart Pelletkessels sowie dem Microgen Stirlingmotor bestehen und unter dem Namen Pellematic Smart_e auf den Markt kommen. In das Gehäuse des BHKW soll zudem ein 600 Liter Schichtspeicher integriert werden. Das hochintegrierte Gesamtsystem wird dann voraussichtlich mit lediglich 1,5 m² Stellfläche auskommen.

Ein fester Brennstoff wie Holzpellets ist jedoch sehr anspruchsvoll und bereitet zahlreiche Probleme in der Zuführung sowie auch nach der Verbrennung in Form von Ascherückständen. An diesen Problemen scheiterte bereits das Unternehmen Sunmachine trotz millionenschwerer Investitionen und langer Entwicklung letztendlich kläglich mit einer Insolvenz. Auch dem BHKW-Hersteller Otag erging es mit der Entwicklung des lion-Powerblocks für Holzpellets ähnlich und endete 2011 in der Insolvenz. Serienreife hat folglich keine dieser Entwicklungen bisher erlangt.


7. BHKW-Info-Tag 2011: ÖkoFEN Pellematic Smart_e für Holzpellets mit Stirlingmotor
(Video: BHKW-Forum e.V., Kamera: B. Beyer, Bearbeitung: L. Stahl)

Stefan Ortner, ÖkoFEN Geschäftsführer und Leiter des Entwicklungsprojekts ist jedoch überzeugt, dass es bei seiner Entwicklung anders sein wird: „Wir verfügen über einen serienreifen Stirlingmotor, in dessen 15 Jahre dauernde Entwicklung mehr als 200 Millionen Euro geflossen sind. Und wir haben den Pelletskessel genau auf die Kombination mit dem Stirlingmotor abgestimmt.“

ÖkoFEN Holzpellet-BHKW Pellematic Smart_e Entwurf und PELLEMATIC SMART (Bilder: ÖkoFEN)ÖkoFEN Microgen Stirling (Bild: ÖkoFEN)ÖkoFEN Microgen Stirling (Bild: ÖkoFEN)Pellematic Smart_e bei der Typenprüfung in Wieselburg (Bilder: ÖkoFEN)Pellematic Smart_e bei der Typenprüfung in Wieselburg (Bilder: ÖkoFEN)Das Pellematic Smart_e Entwicklungsteam (Bilder: ÖkoFEN)

ÖkoFEN Pellematic Smart_e Entwicklung mit Microgen Stirlingmotor (Bilder: ÖkoFEN)

Mit ÖkoFEN wagt sich erstmals ein etablierter Hersteller von Holzpellet-Heizungen an die Konstruktion eines BHKW für den nachwachsenden Brennstoff. Durch die bereits bestehende Erfahrung mit Pellets dürfte ÖkoFEN gegenüber den klassischen BHKW-Herstellern über einen deutlichen Vorteil bei der Entwicklung eines Holzpellet-BHKW verfügen. Das fehlende Know-How in der BHKW-Technik gleicht ÖkoFEN durch den Zukauf eines bereits am Markt erhältlichen Stirling Stromerzeugers aus. Zur Stromerzeugung will ÖkoFEN den gleichen Stirlingmotor des Herstellers Microgen einsetzen, wie er auch in den herkömmlichen gasbefeuerten Nano-BHKW von Remeha, Viessmann, Brötje und SenerTec bereits serienmäßig eingesetzt wird.

Pelletronic Touch Screenshot Hauptmenü (Bild: ÖkoFEN)Pelletronic Touch Screenshot Leistung (Bild: ÖkoFEN)

Pelletronic Touch Screenshots (Bilder: ÖkoFEN)

Die neue Steuerung “Pelletronic Touch” für die Pellematic Smart_e ermöglicht zudem eine endkundenfreundliche Steuerung der stromerzeugenden Heizung sowohl mittels Touch-Display direkt am Gerät als auch über das Internet dank eines LAN-Anschlusses am Gerät. Beim Onlinezugriff kommt ein in die Steuerung integrierter Webserver zum Einsatz, so dass die Bedienung ohne separate Software möglich ist. Das Nano-BHKW kann einfach mit einem Browser wie Firefox, Chrome oder Safari vom PC oder Smartphone aus aufgerufen werden. Zudem ermöglicht der Onlinezugriff eine bessere Auswertung und Optimierung des in naher Zukunft startenden Feldtests der Pellematic Smart_e.

Pellematic Smart_e Prototyp auf der Energiesparmesse Wels (Bild: ÖkoFEN)

Prototyp auf der Messe in Wels 2012

Im Jahr 2010 wurde mit der Planung für das Projekt ÖkoFEN_e begonnen und bereits der erste Prototyp fertig gestellt. Im März 2011 lieferte der Prototyp erstmals dauerhaft 1 kW elektrische Leistung. Auch die Entwicklung einer automatischen Reinigungseinrichtung für den Erhitzerkopf konnte im Frühjahr 2011 abgeschlossen werden. Im Dezember 2011 bestand der Prototyp die nötigen Zulassungenprüfungen für einen Feldtest und bewies im Prüflabor einen Wirkungsgrad von 101,8 % bezogen auf den unteren Heizwert. Den Pellematic Smart_e Protoypen präsentierte ÖkoFEN der Öffentlichkeit erstmals auf der österreichischen Energiesparmesse in Wels im März 2012 und auf der IFH in Nürnberg im April 2012. Weitere Optimierungen und ein Feldtest des Gesamtsystems stehen derzeit auf dem Programm.

Im Dezember 2012 wurde die erste Feldtestanlage in der Nähe des ÖkoFEN Stammsitzes in Niederkappel installiert. ÖkoFEN plant im Verlauf des Jahres 2013 bis zu 40 Feldtestanlagen in Oberösterreich in Betrieb zu nehmen. Zum Start des Projektes wurde für die ersten 20 Anlagen eine Landesförderung aufgelegt, die 40 Prozent der Investitionskosten für die Feldtestkunden übernehmen soll, maximal jedoch auf 11.000 Euro pro Anlage gedeckelt ist.

Bei einem Preis von derzeit etwa 24.000 Euro pro Feldtestanlage bleibt eine pelletbefeuerte stromerzeugende Heizung vorerst ausschließlich eine Option für Idealisten mit Wohnsitz in Österreich. Eine reguläre Markteinführung des Pellematic Smart_e in Österreich und Deutschland ist frühestens im Jahr 2014 zu erwarten. (lfs)

Nachrichten: Alle Meldungen zum ÖkoFEN Pellematic Smart_e
Webseite: www.okofen-e.com

 

4 Kommentare zu ÖkoFEN Pellematic Smart_e ausführlich vorgestellt

  1. Bartelt Rainer sagt:

    Hallo,
    wie ist der jetzige Stand 2015?
    Gibt es unterlagen zu dem System?
    Danke schon mal.

  2. Volker Baum sagt:

    Hallo wann kommt endlich mal eine pellet smart’e für Einfamilienhäuser mit 270m desBaujahres 1970+ auf den Markt, oder eine die mit geringem Aufwand auf ein E umzustellen ist .

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