nano, micro und mini – Die aktuelle Produktpalette von Kirsch

Video: Kirsch HomeEnergy auf der HMI 2013Kirsch Energy Systems verfügt über langjährige Erfahrung im Bau von Stromerzeugern. Mit der Marke Kirsch HomeEnergy positioniert sich Kirsch seit 2010 auch wieder im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung. Mit dem „microBHKW L 4.12“, kurz „micro„, stellte Kirsch zuerst ein BHKW auf Basis eines luftgekühlten 2-Zylinder-Motors vor, das sich mit 4 kW elektrischer Leistung vor allem für kleinere Mehrfamilienhäuser eignet.

Seit einer Erweiterung der Modellpalette in 2013 und 2014 bietet Kirsch HomeEnergy unter dem Namen nano auch eine leistungsreduzierte Variante des micro sowie mehrere Mini-BHKW bis 50 kW Leistung an. Während die kleineren BHKW nano und micro für Erd- und Flüssiggas verfügbar sind, werden die größeren BHKW mini30, mini40 und mini50 nur für Erdgas angeboten. Das von A-Tron gefertigte Kirsch mini20 ist hingegen neben Erd- und Flüssiggas sogar für Klär- und Biogas erhältlich.

Kirsch HomeEnergy Micro-BHKWKirsch HomeEnergy Micro-BHKW

Das Kirsch micro auf der HMI 2013

Kirsch micro
Der luftgekühlte 2-Zylinder Vanguard Motor von Briggs & Stratton des bei seiner Markteinführung „microBHKW L 4.12″ genannten Kirsch micro, ist für den Betrieb mit Erdgas sowie Flüssiggas ausgelegt. Das Gerät kann seine Leistung in zwei Stufen von 4 auf 3 und 2 kW elektrisch reduzieren, wobei die thermische Leistung von 12 auf 10 beziehungsweise 8,5 kW sinkt. Über die Steuerung kann die Leistung entweder wärmegeführt oder passend zum Strombedarf automatisch wärmegeführt aber stromoptimiert angepasst werden.

Die Steuerung erfolgt mittels eines 7“ Touchscreen direkt am Gerät. Über eine LAN-Schnittstelle wird zudem der Zugriff aus der Ferne für den Kunden und Fachpartner ermöglicht. Das Wartungsintervall beträgt 5.000 Stunden, wobei bereits nach 2.500 Stunden eine Inspektion mit Zündkerzenwechsel erforderlich ist. Zusätzlich zum Gerät bietet Kirsch HomeEnergy einen passenden Pufferspeicher an. Optional sind zudem ein Modul zur Warmwasserbereitung und verschiedene Brennwertthermen mit 24 bis 280 kW Heizleistung erhältlich. Diese Brennwertgeräte sollen mit den BHKW von Kirsch an einem gemeinsamen Abgasstrang in einer Kaskade betrieben werden können. Von welchem Hersteller die Brennwertgeräte stammen, wollte Kirsch im Gespräch mit der BHKW-Infothek auf der SHK Essen 2014 leider nicht offenlegen.


7. BHKW-Info-Tag 2011: Vorstellung des Kirsch microBHKW L 4.12
(Video: BHKW-Forum e.V., Kamera: B. Beyer, Bearbeitung: L. Stahl)

Serienmäßig wird das Kirsch micro mit einem Brennwertwärmetauscher ausgerüstet, der einen Gesamtwirkungsgrad von 95 Prozent ermöglichen soll. Mit einem Einbringgewicht von nur 230 Kilogramm und Abmessungen ähnlich denen eines großen Gefrierschranks, lässt sich das Gerät auch bei beengten Platzverhältnissen und über ein Treppe gut in Heizungskeller einbringen. Mit montierter Schallschutzverkleidung soll ein Schalldruckpegel von 55 dB(A) in einem Meter Entfernung erreicht werden. Angetrieben wird das Mikro-BHKW von einem luftgekühlten 2-Zylinder Motor von Briggs & Stratton. Dieser aus der auch für Rasenmäher, Notstromaggregate, Golfcars und ähnliche Geräte gedachten Vanguard Baureihe von Briggs & Stratton stammende Motor ist aufgrund seiner einfachen Konstruktion und höheren Fertigungsstückzahlen zwar kostengünstiger als ein wassergekühlter BHKW-Spezialmotor, wie er beispielsweise im Dachs HKA von SenerTec verwendet wird, dafür aber nicht so effizient und vermutlich weniger langlebig.

Einbau eines Kirsch microBHKW L 4.12 (Bild: Kirsch HomeEnergy)Einbau eines Kirsch microBHKW L 4.12 (Bild: Kirsch HomeEnergy)Einbau eines Kirsch microBHKW L 4.12 (Bild: Kirsch HomeEnergy)Kirsch HomeEnergy microBHKW L 4.12 auf der ISH 2011 (Bild: BHKW-Infothek, C. Stahl)microBHKW L 4.12 Steuerung auf der ISH 2011 (Bild: BHKW-Infothek, C. Stahl)Kirsch HomeEnergy microBHKW L 4.12 (Bild: Kirsch HomeEnergy)Kirsch HomeEnergy microBHKW L 4.12 Explosionszeichnung (Bild: Kirsch HomeEnergy)

Einbau und weitere Ansichten eines Kirsch micro
(Fotos 1-3 und 6-7: Kirsch HomeEnergy, Fotos 4-5: BHKW-Infothek)

Der Einsatz eines luftgekühlten Motors in einem BHKW war bereits in der Vergangenheit bei anderen Herstellern nicht unproblematisch: So musste beispielsweise der BHKW-Hersteller Wätas sein Projekt eines luftgekühlten BHKW EPS 4 aufgrund von Problemen mit der Motorkühlung aufgeben. Bisher hat Kirsch frühzeitig ausgefallene Motoren entsprechend Betreiberberichten im BHKW-Diskussionsforum jedoch kostenfrei ersetzt und mit etwa 800 bis 900 Euro sind auch die regulär erhältlichen Ersatzmotoren verhältnismäßig günstig. Im Ergebnis könnte der von Kirsch eingeschlagene Weg, einen kostengünstigen Motor aus der Massenfertigung an Stelle aufwändiger Spezialmotoren zu nutzen, auch für die Betreiber stromerzeugender Heizungen insgesamt eine gute Lösung sein.


Neue Nano- und Mini-BHKW von Kirsch HomeEnergy auf der Hannover Messe 2013
(Video: BHKW-Infothek)

Interessenten sollten das recht kurze Inspektionsintervall des Kirsch micro von nur 2.500 Stunden sowie die Fälligkeit einer Komplettrevision nach rund 20.000 Stunden bei einer Wirtschaftlichkeitsberechnung beachten. Durch zahlreiche im Modelljahr 2013 vorgenommene Verbesserungen, wie beispielsweise die Vergrößerung des Ölvorrates von 9 auf 20 Liter, sollen zukünftig auch Wartungsintervalle von etwa 4.000 bis 5.000 Stunden erreicht werden. Der Listenpreis des micro wurde zuletzt 2014 um 2.500 Euro auf aktuell 15.850 Euro zuzüglich Umsatzsteuer und Installation angehoben. Interessenten können das Kirsch micro in einem anderen Gehäuse auch von Wolf Heiztechnik unter dem Namen GTK-4 erwerben.

Kirsch HomeEnergy Nano-BHKWKirsch HomeEnergy Nano-BHKW

Das Kirsch nano auf der HMI 2013

Kirsch nano
Für Immobilien mit besonders geringem Wärmebedarf hat Kirsch HomeEnergy auf der Hannover Messe 2013 mit dem Kirsch nano eine kostenoptimierte Alternative vorgestellt. Anders als das Kirsch micro kann das nano nur mit 1,9 kW elektrischer Leistung betrieben werden, obwohl es über den gleichen Motor und grundsätzlich auch über den gleichen Aufbau wie das micro verfügt. Durch die Verwendung eines kleineren Generators und kleinerer Wärmetauscher konnte jedoch der Preis geringfügig reduziert werden. Die geringere Belastung des Motors könnte zudem in der Praxis, ähnlich wie beim ebenfalls nur leistungsreduzierten ecoPOWER 3.0, zu einer Steigerung der Lebensdauer führen. Das Wartungsintervall beträgt wie beim Kirsch micro vorerst 2.500 Stunden und soll ebenfalls zukünftig verlängert werden.

Insgesamt habe Kirsch bereits über 600 BHKW vom Typ micro und nano verkauft und konnte sein Fachpartnernetz auf deutschlandweit mehr als 250 Betriebe ausweiten. Der Absatz des kleineren nano befinde sich jedoch eher nur im sehr geringen zweistelligen Bereich, da die Preisdifferenz zum micro minimal ist. Potentielle Käufer, die sich für das nano interessieren, greifen daher schlussendlich meist doch zum micro, zumal dieser nahezu baugleiche Bruder des nano dank einer automatischen Modulation mit reduzierter Leistung auch die gleiche Laufzeit wie das nano erreichen könne, wie Kirsch auf der SHK Essen 2014 gegenüber der BHKW-Infothek erklärte.

ModellBrennstoffInspektionkW elektrischkW thermisch
nanoErd- und Flüssiggas2.500 h1.99.0
microErd- und Flüssiggas2.500 h4.012.0
mini20Erd-, Flüssig- und Klärgas6.000 h20.043.0
mini30Erdgas3.500 h30.053.2
mini40Erdgas3.500 h40.065.7
mini50Erdgas3.500 h50.078.8

Kirsch mini
Auf größere Objekte zielen die vier Mini-BHKW von Kirsch HomeEnergy ab. Die nur für den Betrieb mit Erdgas geplanten Varianten mini30, mini40 und mini50 leisten 30, 40 sowie 50 kW elektrisch und sind mit Synchrongeneratoren von Leroy Somer ausgestattet. Während auf der Hannover Messe 2013 noch ein eher nackt aussehender Demonstrator stand, verfügen die Seriengeräte über ein gekapseltes Gehäuse, das den Schall der MWM-Motoren auf 70 dB(A) reduzieren soll. Das Wartungsintervall für die drei größeren Mini-BHKW sollte ursprünglich nur 1.500 Stunden betragen, wurde später jedoch auf gute 3.500 Stunden angehoben. Anders als die beiden nano und micro verfügen die mini30, mini40 und mini50 nicht über eine serienmäßige Brennwertnutzung. Optional erhältliche externe Brennwertwärmetauscher sollen jedoch eine Nutzung des Brennwerteffektes ermöglichen, sofern die Systemtemperaturen der Heizungsanlage dies zulassen.

Kirsch HomeEnergy mini50 auf der Hannover Messe 2013 (Bild: BHKW-Infothek)Produktfoto des Kirsch mini50 (Bild: Kirsch HomeEnergy)Kirsch mini20 auf der Hannover Messe 2014 (Bild: BHKW-Infothek)

Das Kirsch mini50 auf der HMI 2013 sowie mit Gehäuse und das Kirsch mini20 auf der HMI 2014
(Fotos 1 und 3: BHKW-Infothek, Foto 2: Kirsch HomeEnergy)

Eine Sonderrolle nimmt das Kirsch mini20 ein, das vom BHKW-Hersteller A-Tron für Kirsch gefertigt wird. Angetrieben wird das mini20 von einem in seiner Leistungsklasse sehr beliebten 4-Zylinder-Volkswagen-Motor mit 2 Liter Hubraum. Wie auch bei den BHKW von Energiewerkstatt entfaltet das Triebwerk im mini20 sowie im nahezu baugleichen A-Tron 20/43 eine elektrische Leistung von 20 kW bei einer Heizleistung von 43 kW. Mit einem Wartungsintervall von 6.000 Stunden hebt sich das mini20 von den anderen Kirsch-BHKW wohltuend ab und rangiert in einer Liga mit dem XRGI20 von EC Power. Neben einer im Vergleich zum A-Tron 20/43 geänderten Lackierung hat Kirsch auch die Atromatic-Steuerung ausgewechselt und stattet das mini20 mit einer wesentlich fortschrittlicheren Touchscreen-Steuerung seiner eigenen Entwicklungsschmiede aus. In Sachen Bedienkomfort dürfen Käufer des mini20 somit das von Kirsch in dieser Hinsicht gewohnt hohe Level erwarten.

Im Gegensatz zu den anderen Mini-BHKW von Kirsch verfügt das mini20 serienmäßig über einen Brennwert-Abgaswärmetauscher und soll damit nach Herstellerangaben einen Gesamtwirkungsgrad von 97 Prozent erreichen. Dank einer sehr breiten Leistungsmodulationsbandbreite von 5 bis 20 kW elektrisch bei einer thermischen Leistung von 15 bis 43 kW eignet sich das Gerät zudem auch für einen Teillastbetrieb bei zeitweise geringerem Wärmebedarf. Mit einem Listenpreis in Höhe von 49.900 Euro netto rangiert das mini20 jedoch gut 20 Prozent über dem Basismodell des A-Tron 20/43 mit der einfachsten Atromatic-Steuerungsausführung. (lfs)

Nachrichten: Alle Meldungen zu den BHKW von Kirsch HomeEnergy
Webseite: www.kirsch-homeenergy.de

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.