ISH15: Vaillant bietet wieder BHKW-Vollwartungsverträge

Vorschaubild: Vaillant zu VollwartungsverträgenVaillant hört auf seine Kunden: Nachdem die Vollwartungsverträge mit einer Funktionsgarantie von bis zu 10 Jahren für EcoPower-BHKW zur SHK Essen 2013 eingestellt wurden, war das Unverständnis bei potenziellen Kunden groß aber auch Installateure von BHKW, die an Stelle von Vaillant auf eigenes Risiko entsprechende Lösungen für Endkunden anbieten sollten, machten ihrem Unmut im BHKW-Diskussionsforum Luft. Auf der ISH 2015 hat Vaillant jetzt überraschend eine Kehrtwende verkündet: Es gibt ab sofort wieder Vollwartungsverträge für Endkunden direkt vom BHKW-Hersteller Vaillant. Aber auch das Kundenfeedback zur Steuerung des EcoPower 1.0 wurde erhört: Mit der Softwareversion 2.07 kommen lang ersehnte Verbesserungen und darüber hinaus steht eine neue Revision der VPN-Box in den Startlöchern.

Vollwartungsverträge schaffen Sicherheit und Vertrauen
Für Hausbesitzer spielt neben der erwarteten Wirtschaftlichkeit einer (stromerzeugenden) Heizung auch die Investitionssicherheit eine entscheidende Rolle bei der Auswahl eines neuen Heizsystems. Mikro-BHKW sind zwar in der Anschaffung und bei der jährlichen Wartung nicht die billigste Lösung, versprechen bei einem hohen Eigenverbrauch des erzeugten Stroms aber dennoch eine gute Wirtschaftlichkeit durch den vermiedenen Strombezug aus dem Netz. Unvorhergesehene Reparaturkosten durch Motorschäden oder defekte Elektronik sorgen jedoch nicht selten für horrende Reparaturkosten bei einzelnen BHKW-Besitzern. Gleichwohl Vollwartungsverträge im Allgemeinen natürlich teurer sind als die durchschnittlichen Reparatur- und Wartungskosten, ist das Reparaturkostenrisiko für Hausbesitzer zu groß, weshalb die BHKW-Infothek Hausbesitzern grundsätzlich zum Abschluss eines Vollwartungsvertrages mit Funktionsgarantie rät. Diese Meinung teilen auch viele BHKW-Installateure im BHKW-Diskussionsforum: „Die Kosten für einen Vollwartungsvertrag sind auf den Euro für 10 Jahre berechenbar. Welche Reparaturen wann/wie oft anfallen, kann vorher niemand wissen. Demzufolge kann dann das böse Erwachen kommen, während der Kunde bei einem Vollwartungsvertrag eine fundierte Entscheidungsgrundlage hat.“


ISH 2015: Vaillant zur Wiedereinführung von BHKW-Vollwartungsverträgen

Der richtige Vertragspartner
Zu unterscheiden sind zwei Typen von Verträgen: Während normale Wartungsverträge für gewöhnlich nur das für eine Regelwartung erforderliche Material und die Arbeitszeit für den Austausch dieser Verschleißteile beinhalten, werden bei einem Vollwartungsvertrag auch die Kosten für unvorhergesehene Technikereinsätze zur Störungsbeseitigung, Ersatzteile und notfalls sogar den kompletten Austausch des Aggregates abgedeckt. Innerhalb der gewöhnlichen Betriebszeit eines Mikro-BHKW von 10 Jahren treten für gewöhnlich größere Reparaturen erst nach 5 bis 6 Jahren auf. Da der Preis eines Vollwartungsvertrages über die Laufzeit in der Regel jedoch nur inflationsbedingt ansteigt, wird in den ersten Jahren Geld eingezahlt, um die späteren Reparaturen zu finanzieren. Wie bei einer Garantieversicherung ist ein solcher Vertrag daher nur etwas wert, wenn der Vertragspartner über die Laufzeit auch zuverlässig leisten kann. Das Risiko einer Insolvenz oder Betriebsaufgabe ist bei kleinen Handwerkern jedoch typischerweise wesentlich höher als bei einem renommierten Heiztechnikanbieter wie Vaillant. Demzufolge ist der BHKW-Hersteller der bessere Vertragspartner für Hausbesitzer. Darüber hinaus ist das mit einem Vollwartungsvertrag abzudeckende Risiko für kleine Handwerksbetriebe ebenso wenig kalkulierbar wie für die Hausbesitzer selbst. Es ist daher insgesamt außerordentlich begrüßenswert, dass Vaillant als BHKW-Hersteller ab sofort wieder selbst Vollwartungsverträge mit einer Funktionsgarantie über 10 Jahre anbietet. Zu den Preisen konnten sich die Vaillant-Vertreter auf der ISH leider noch nicht äußern.

[Update vom 17. März 2015: Vaillant hat gegenüber der BHKW-Infothek soeben die Preise der Wartungsverträge mitgeteilt. Für das EcoPower 1.0 wird pro Betriebsstunde ein Betrag von 14,7 Cent verlangt, die Vertragslaufzeit ist auf maximal 10 Jahre oder 47.999 Betriebsstunden begrenzt, je nachdem welcher Fall zuerst eintritt. Für die EcoPower 3.0 und 4.7 beträgt der Preis 40,5 Cent je Betriebsstunde für eine Laufzeit von maximal 10 Jahren oder 59.999 Betriebsstunden.]

Verbesserungen der EcoPower 1.0 Software in Version 2.07
Stromerzeugende Heizungen rechnen sich aufgrund geringer Einspeisevergütungen von derzeit nur rund 3,5 Cent je kWh ausschließlich durch den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stromes – und damit einhergehend der Substituierung von 25 bis 30 Cent je kWh teurem Strombezug aus dem Netz. Ein BHKW sollte folglich zu Zeiten in Betrieb sein, zu denen ein erhöhter Strombedarf vorliegt und andererseits zu Zeiten geringen Strombedarfs – beispielsweise in der Nacht – nach Möglichkeit keinen Strom produzieren. Einige Besitzer des Nano-BHKW EcoPower 1.0 regen daher seit längerem an, mehrere Funktionszeiten für das KWK-Modul und den Spitzenlastwärmerzeuger vorgeben zu können. Denn neben der Vorgabe von Funktionszeiten für das KWK-Modul ist es auch hilfreich, die Spitzenlasttherme zu bestimmten Zeiten zu sperren, damit im Pufferspeicher Platz für geplante spätere Betriebszeiten des KWK-Moduls bleibt.

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ecoPower 1.0 Software Version 2.07: Drei Funktionszeiten

Mit der zur ISH 2015 vorgestellten Softwareversion 2.07 ermöglicht Vaillant jetzt drei unabhängige Funktionszeiten für das KWK-Modul und die Brennwerttherme. Hausbesitzer können mit dieser Funktion die Betriebszeiten optimal auf ihren typischen Verbrauchsverlauf abstimmen. Darüber hinaus wurden erweiterte Ansteuerungs- und Rückmeldeoptionen in die Steuerung integriert, so dass sich mittels eines einfachen Tasters oder gar einer Smart-Home-Steuerung auch extern Betriebszeiten vorgeben lassen können. Durch die Rückmeldung lassen sich der tatsächliche Betriebsstatus oder Alarmmeldungen ausgeben, so dass eine übergeordnete Steuerungslösung zu definierende Maßnahmen wie das Einschalten von regelbaren Stromverbrauchern ergreifen kann.

ecoPower 1.0 Software Version 2.07: Erweiterte AnsteuerungecoPower 1.0 Software Version 2.07: Erweiterte AnsteuerungecoPower 1.0 Software Version 2.07: Erweiterte Ansteuerung

ecoPower 1.0 Software 2.07: Erweiterte Ansteuerungs- und Rückmeldeoptionen

Zur Markteinführung des EcoPower 1.0 wurde das Gerät ausschließlich in Systempaketen mit einer Therme, Pufferspeicher und Warmwasserbereitung angeboten. Diese Zeiten sind freilich längst vorbei und das KWK-Modul nebst Steuerung und Wärmetauscher lässt sich auch einzeln zur Nachrüstung bestellen sowie mit anderen Spitzenlastthermen koppeln. Das Zusammenspiel mit Drittkomponenten wurde durch einen neuen Hydraulikplanassistenten und eine erweiterte Konfigurationsmöglichkeit der Hydraulikschemata mit der neuen Softwareversion 2.07 erheblich erweitert und dank des grafischen Assistenten dabei sogar vereinfacht.

[Update vom 17. März 2015: Die neue Software 2.07 soll für Bestandsanlagen als Aktualisierung nicht wie auf der ISH angekündigt sofort, sondern erst zum 1. Juli 2015 verfügbar sein, so Vaillant in einer Email an die BHKW-Infothek.]

ecoPower 1.0 Software Version 2.07: Neue HydraulikpläneecoPower 1.0 Software Version 2.07: Neue HydraulikpläneecoPower 1.0 Software Version 2.07: Neue Hydraulikpläne

ecoPower 1.0 Software 2.07: Neue Hydraulikplanauswahl

Neue VPN-Box und kombinierte Abgasführung in Planung
Die von Vaillant als Reaktion auf eine kritische Sicherheitslücke der EcoPower 1.0 Steuerung in 2013 kurzfristig eingeführte externe VPN-Box soll demnächst eine Überarbeitung erfahren. Geplant sind neben einer vereinfachten Installation auch Status-LED, welche auf einen Blick anzeigen sollen, welche Verbindungen derzeit bestehen und wo gegebenenfalls ein Problem zu beheben ist. Eine solche Anzeige kann im Fehlerfall, aber auch bei der Erstinstallation, viel Zeit sparen. Die Einrichtung der aus sicherheitstechnischer Sicht sehr empfehlenswerten VPN-Verbindung wird damit wesentlich vereinfacht. Neue Entwicklungen gibt es auch hinsichtlich einer gemeinsamen Abgasführung von Therme und KWK-Modul: An Stelle einer von Installationsbetrieben lange ersehnten einfachen Abgaskaskadierung soll möglicherweise ein Rohr-in-Rohr-System demnächst die Installation der Geräte vereinfachen. (lfs)

Mehr: Alle Artikel der BHKW-Infothek zu den BHKW von Vaillant

 

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