Vorschlag aus dem Energieministerium zur KWKG-Novelle: Keine Zukunft für Brennstoffzellen und Mikro-BHKW

KWKG-Novelle 2015: Pläne des BMWiNachdem die im Herbst 2014 veröffentlichte Evaluierung der Wirksamkeit des Gesetzes für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) sehr deutlich Handlungsbedarf aufzeigte, war zu vernehmen, dass noch zum Jahresende eine schnelle Novellierung des KWK-Gesetzes erfolgen solle. Doch das Jahr 2015 begann und es blieb ruhig um die KWKG-Novelle, was zwischenzeitlich zu der Annahme verleiten konnte, dass eine Novelle erst im Rahmen des neuen Strommarktdesigns am Horizont zu erahnen sei. Plötzlich herrscht nun wieder Betriebsamkeit im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi): Die aktuellen Pläne verheißen viel Gutes für alte Kraftwerke aber noch mehr Hemmnisse für Brennstoffzellen, Nano- sowie Mikro-BHKW.

Zunehmend dünnere Luft für stromerzeugende Heizungen
Während sich Blockheizkraftwerke ab der 50-kW-Klasse in den letzten 10 Jahren sehr gut zur Versorgung von Hotels, Krankenhäusern sowie kommunalen Gebäuden etablieren konnten und politisch im Rahmen der letzten Novellen besonders begünstigt wurden, dümpeln stromerzeugende Heizungen und Brennstoffzellenheizgeräte noch immer bei einem Marktanteil von unter einem Prozent vor sich hin. Schlimmer noch: Im Bereich von Brennstoffzellen und Nano-BHKW für Ein- und Zweifamilienhäuser ist der Markt im vergangenen Jahr um ganze 40 Prozent eingebrochen, wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kürzlich mitteilte, dem alle neuen Anlagen durch die jeweiligen Betreiber gemeldet werden müssen. Aber auch die leistungsfähigeren Mikro-BHKW – die in Mehrfamilienhäusern, Gewerbeeinrichtungen und kleineren öffentlichen Gebäuden zum Einsatz kommen – stagnieren seit Jahren. Wurden 2009 noch 3.222 BHKW zwischen 2 und 10 kW elektrischer Leistung abgesetzt, waren es 2014 nur noch 2.293 Anlagen. Neben einer ganz erheblichen und seit Jahren steigenden Bürokratiebelastung leiden Mikro-BHKW besonders unter der EEG-Umlage auf selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom, die ihnen mit der EEG-Novelle 2014 aufgebürdet wurde.

Effiziente Technik ausgebremst durch Bürokratie
Eines der größten Hemmnisse, besonders im Wohngebäudebereich, stellt der mit dem wirtschaftlichen Betrieb eines Mikro-BHKW verbundene Verwaltungsaufwand dar: Wartungen koordinieren, KWK-Zuschlag und Einspeisevergütung vom Netzbetreiber einfordern, Energiesteuerentlastung beim Hauptzollamt einreichen, EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch berechnen und abführen, Steuererklärungen anfertigen und wenn es mehr als einen Nutzer gibt die aufwändig eingerichtete Summenmessung gegebenenfalls noch mit virtuellen Zählpunkten bei drittversorgten Letztverbrauchern abgleichen sowie unterjährig Wechselvorgänge betreuen, Verträge mit Mietern über Wärme und Strom abschließen und im Falle einer Wohnungseigentümergemeinschaft Betreuungsarbeit für die zahlreichen Eigentümer leisten. Während der Gesetzgeber die durch andere Rechtsnormen entstehende Bürokratie freilich nicht mit einer einfachen KWKG-Novelle lösen kann, so könnte wenigstens der mangelnden Wirtschaftlichkeit von Mikro-BHKW mit der anstehenden KWKG-Novelle begegnet werden. Doch genau das Gegenteil plant derzeit das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wie erste Präsentationen des BMWi zur anstehenden Novelle belegen.

Drastische Verkürzung des Förderzeitraums für Anlagen bis 50 kW von 10 Jahren auf 45.000 Vollbenutzungsstunden

BMWi Vorschläge zur KWKG-Novelle 2015: Drastische Verkürzung des Förderzeitraums für alle BHKW bis 50 kW von 10 Jahren auf 45.000 Vollbenutzungsstunden

Sollen Bürger und Mittelstand im Stich gelassen werden?
Um der im Rahmen der KWKG-Evaluierung bereits festgestellten stark überdurchschnittlichen Wirtschaftlichkeit der 50-kW-Klasse zu begegnen, soll pauschal für alle BHKW bis 50 kW der Förderzeitraum von 10 Jahren auf 45.000 Stunden begrenzt werden. Während dies bei Anlagen mit 50 kW möglicherweise sogar sachgerecht sein könnte, werden damit andererseits ganzjährig durchgehend arbeitende Brennstoffzellen mit nur 1 kW Leistung um gut 50 Prozent ihres bisherigen Förderzeitraums gebracht. Auch der Markt der motorischen Nano-BHKW, der in 2014 ohnehin um 40 Prozent eingebrochen ist, würde durch diese Pläne zusätzlich gebremst und damit vollkommen trockengelegt. Dabei haben Viessmann, Vaillant, Buderus, SenerTec und Elcore in diesem Segment erst vor wenigen Wochen zahlreiche neue Brennstoffzellen vorgestellt. Nach dem 90 Millionen Euro schweren Förderprogramm “Nationales Investitionsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie” und enormen Entwicklungskosten seitens der Hersteller, sollen die Rahmenbedingungen nicht stabilisiert, sondern verschlechtert werden. Diverse staatlich geförderte Versuchsprojekte und 20 Jahre Entwicklungsarbeit seitens der Gerätehersteller würden mit einer unachtsam durchgeführten KWKG-Novelle im alles entscheidenden Moment der Markteinführung vernichtet. Zwar hat das BMWi neben der Verkürzung von 10 Jahren auf 45.000 Stunden auch eine Anhebung der Vergütung von derzeit 5,41 Cent auf 8 Cent je Kilowattstunde geplant, dies gilt aber nur für eingespeisten Strom. Selbst verbrauchter Strom soll hingegen nur noch mit 4 Cent je kWh gefördert werden.

Die Pläne des BMWi sehen nicht nur eine Verkürzung der Förderung sondern auch eine Absenkung des Fördersatzes vor

Die Pläne des BMWi sehen nicht nur eine Verkürzung des Förderzeitraumes sondern auch eine Absenkung des Fördersatzes je Kilowattstunde für Mikro-BHKW vor

Ein praktisches Beispiel
Die seit der ISH 2015 mit einer drastischen Preissenkung nur noch rund 20.000 Euro kostende Brennstoffzelle Vitovalor 300-P weist eine elektrische Nennleistung von 750 Watt auf und dürfte auf rund 8.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr kommen. Im Rahmen des derzeit geltenden KWKG erhält der Betreiber einer solchen Brennstoffzelle für jede erzeugte Kilowattstunde 5,41 Cent über 10 Jahre, was 4.328 Euro entsprechen würde. Entsprechend der Pläne des BMWi soll eine solche Anlage nur noch über 45.000 Stunden einen Zuschlag von 4 Cent für den Eigenverbrauch sowie 8 Cent für die Einspeisung von Strom erhalten. Bei einer realistischerweise angenommenen Eigenverbrauchsquote von 70 Prozent würde die Förderung für die Einspeisung 1.080 Euro und der Zuschlag für den Eigenverbrauch 1.260 Euro betragen. Insgesamt soll die Förderung folglich von 4.328 auf nur noch 2.340 Euro sinken – also um rund die Hälfte gekürzt werden. Betrachtet man ein Mikro-BHKW wie den SenerTec Dachs mit 5,5 kW Erzeugungsleistung aber einer geringeren Laufleistung pro Jahr, beträgt die Kürzung rund 20 bis 30 Prozent.

Wo das Geld gebraucht wird…
Selbst die ganz kleinen KWK-Anlagen könnten in größerer Stückzahl einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung leisten. Es besteht jedoch dringender Handlungsbedarf im Bereich der Mikro- und Nano-KWK, da bereits die jetzigen Rahmenbedingungen nicht ausreichen, um wesentliche Impulse für das Zünden der KWK im Massenmarkt der Heiztechnik zu setzen. Dabei wäre eine Marktexpansion im Segment der stromerzeugenden Heizungen mit deutlichen Wachstumseffekten vor allem bei kleinen und mittelständischen Betrieben wie Herstellern und Anlagenbauern, sowie bei Planern, Installations- und Wartungsbetrieben verbunden. Diese Möglichkeiten sind jedoch nur bei einer sachgerechten Berücksichtigung der Nano- und Mikro-KWK im Rahmen der anstehenden KWKG-Novelle zu realisieren. Dies hat selbst der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) erkannt und fordert: „Die Förderung der „Strom erzeugenden Heizung“ (bis einschließlich 20 kWel) sollte im Rahmen des KWK-G besser abgebildet werden (z.B. stärkere Differenzierung in Bezug auf die Anlagengröße […]).“ Der Verein BHKW-Forum fordert ebenfalls seit Jahren differenzierende und angemessene KWK-Zuschlagsätze für den Leistungsanteil bis 2 kW (Nano-KWK) sowie den Leistungsanteil bis 10 kW (Teilmenge von Mikro-KWK) zu schaffen. Bei der Festlegung dieser Zuschlagsätze sind die anfänglich hohen Kosten von neuen Technologien wie Brennstoffzellen und Nano-BHKW zu berücksichtigen sowie die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch aber auch die sinkenden Börsenpreise für die Einspeisung von Strom. Der Verein BHKW-Forum schlug daher bereits im letzten Jahr konkret eine Anhebung des KWK-Zuschlags auf 12 Cent je kWh für den Leistungsanteil bis 2 kW und 9 Cent je kWh für den Leistungsanteil bis 10 kW vor.

Das BMWi weiß, wer von den Plänen profitieren würde: 224 Mio. Euro für alte Großkraftwerke

Das BMWi weiß, wer von den Plänen profitieren würde: 224 Mio. Euro für alte Großkraftwerke

…und wo das Geld versickern soll
Selbst bei einem rasanten Wachstum mit einer Verzehnfachung des Absatzes stromerzeugender Heizungen in der Nano-KWK-Klasse und damit insbesondere von Brennstoffzellen bis 2 kW würde eine differenzierte und angemessene Anhebung des Fördersatzes nur rund 2,5 bis 5 Mio. Euro pro Jahr kosten. Diese Summe ergibt sich aus der Differenz von 12 an Stelle von 5,41 Cent KWK-Zuschlag je kWh bezogen auf 11.470 Nano-KWK Anlagen an Stelle der 1.147 Anlagen in 2014 mit einer Spannweite aufgrund der nicht abschätzbaren Vollbenutzungsstundenanzahl. Doch diese vergleichsweise kleine Summe als Hebel für die Energiewende, die noch dazu unzählige Arbeitsplätze im Handwerk und bei mittelständischen Heiztechnikherstellern mit heimischer Fertigung sichern würde, scheint das BMWi nicht erübrigen zu können. Gleichwohl sollen nach Plänen des BMWi satte 224 Mio. Euro für bereits abgeschriebene Großkraftwerke mit einer Leistung von mehr als 10 Megawatt ausgegeben werden. Würden nur ein bis fünf Hundertstel dieser Summe in stromerzeugende Heizungen umgeleitet, könnte das BMWi mit Vorlage seines Referentenentwurfes mit Stolz verkünden, die Energiewende wirklich vorangebracht zu haben und müsste sich nicht dem Vorwurf ausgesetzt sehen, ausschließlich eine Klientelpolitik zu Gunsten der Betreiber großer Kraftwerke unterstützt zu haben. Vielleicht hat man im Ministerium nur übersehen, dass es so etwas wie stromerzeugende Heizungen und einen derzeit laufenden Markteintritt der Brennstoffzellenheizgeräte überhaupt gibt. Bis zur Vorlage des BMWi-Referentenentwurfes zur KWKG-Novelle hat das Ministerium jedenfalls durchaus noch Gelegenheit, sich der Energiewende im Heizungskeller anzunehmen. (lfs)

Mehr: Alle Meldungen der BHKW-Infothek zu KWK-Politik und Gesetzesvorhaben

 

13 Responses to Vorschlag aus dem Energieministerium zur KWKG-Novelle: Keine Zukunft für Brennstoffzellen und Mikro-BHKW

  1. Holger Schallert sagt:

    Moin aus dem stürmischen Norden,

    seit 1999 unterwegs als Finanzierungspartner für die BHKW-Vertriebe und deren Kunden haben wir alle BHKW-Marktschwankungen „genossen“. Seitdem hat sich der BHKW-Absatz nicht wirklich deutlich erhöht. Das Risiko krass reduzierter KWK-Zuschläge hat uns jetzt veranlasst, möglichst alle BHKW-Hersteller zu einem Arbeitstreffen an einen Tisch zu bekommen. Die Resonanz ist bislang eher verhalten. Es wiederstrebt uns jedoch zutiefst, wie das Kaninchen vor der Schlange zu sitzen und darauf zu warten, ob sie uns frisst oder nicht.

    Das Risiko ist sehr real, denn auch die PV- und Biogasindustrie, die deutlich mehr Umsatz erzielten, hat der Gesetzgeber mit reduzierten Förderbeträgen empfindlich getroffen. Etliche Anbieter blieben auf der Strecke. Auch dort hat man alles versucht, um die Förderungen zu erhalten oder sogar zu erhöhen – ohne Erfolg.

    Die BHKW-Anbieter haben bisher einige in anderen Branchen erfolgreiche Vertriebsstrategien zur Steigerung ihres BHKW-Absatzes nicht genutzt. Deshalb gehören u. E. die bisherigen BHKW-Vertriebsmodelle auf den Prüfstand. Hier einige Beispiele: Fahrzeuge werden heute zu einem erheblichen Teil durch Nutzungs-/Überlassungsverträge abgesetzt. Der Kunde zahlt eine mtl. Gebühr und muss nicht kaufen. Mobiltelefone wurden aufgrund des hohen Preises seinerzeit per 2-jährigem Nutzungsvertrag außerordentlich erfolgreich in den Markt gebracht. Wer hätte wohl damals einige hundert Mark für ein Mobiltelefon bezahlt, wenn man es hätte gegen cash kaufen müssen? Siemens begann in den 60-/70-ern damit, seine Telefonanlagen lediglich zu vermieten und verdiente damit Jahrzehnte viel mehr Geld als mit dem Verkauf. Auch Unternehmen wie IBM und Xerox wurden mit diesen Geschäftsmodellen groß und mächtig.

    Der BHKW-Interessent möchte kein BHKW kaufen, sondern seine Energiekosten senken! Ein BHKW kostet nicht nur einen Kaufpreis. Es benötigt außerdem Brennstoff, Wartung, Betreuung, Abrechnung der einzelnen Förder-/Leistungskomponenten als Dienstleistung etc.. Das alles könnte man zu einem vertriebs- und kundenfreundlichen Paket schnüren, es in kleine Scheiben (mtl. Nutzungsraten) aufteilen und dem Kunden im Vergleich zu seinen jetzigen Energiekosten schmackhafter machen. Vielleicht wird sich ein BHKW-Hersteller sogar damit anfreunden müssen, einen Teil seines Gewinnes erst im Laufe der Nutzungszeit zu realisieren und nicht alles über den Verkaufspreis zu Beginn. Wenn sich nicht auch der BHKW-Anbieter den schwierigeren Bedingungen anpasst, befürchten wir bei weiteren Umsatzeinbrüchen insbesondere im Mini-/Mikro-KWK-Markt schlimme Folgen für viele Marktteilnehmer. JETZT GENÜGT DAS FORDERN HÖHERER KWK-ZUSCHLÄGE NICHT MEHR. UM UNS ZU SCHÜTZEN, MÜSSEN WIR SELBST AKTIV WERDEN. Wir werden hierbei unterstützen.

    Herzliche Grüße
    Holger Schallert
    http://www.schallert-capital.de

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  3. D.Gerhardt sagt:

    Fast könnte man versucht sein zu glauben die Bundesregierung sei empfänglich für Lobby- Arbeit. Je größer die Lobby…. Wiedereinmal tut das Energieministerium das eine, während sie das andere sagt.

  4. Achim Debudaj sagt:

    Die Vorschläge des BMWi sind fehlerhaft und zeigen leider eine riskante Oberflächlichkeit. Bei BHKW bis 50 kW el ist der Betrag von 5,41 ct/kWh der Zuschuss für den erzeugten Strom, nicht die Einspeisdevergütung! Die Einspeisevergütung beträgt derzeit 3,21 ct/ kWh.
    Was also will das BMWi ändern?
    MfG

    Achim Debudaj

  5. S. Huck sagt:

    Guten Tag,

    ich würde gerne wissen, ob in diesem Beitrag (und speziell bei den Aussagen über Brennstoffzellen) berücksichtigt wurde, dass es seit Januar 2015 eine zusätzliche Förderung durch das Mini-KWK gibt.
    Dazu folgende Verständnisfragen:
    Schliessen sich die beiden Förderprogramme aus?
    Wenn nicht, wo liegt die Diskrepanz, dass dies in obiges Praxisbeispiel nicht einfliesst und zu der Aussage
    Vielleicht hat man im Ministerium nur übersehen, dass es so etwas wie stromerzeugende Heizungen und einen derzeit laufenden Markteintritt der Brennstoffzellenheizgeräte überhaupt gibt
    führt?

    Kann es sein, dass dieser Aspekt vielleicht vom Autor nur übersehen worden ist?

    MfG
    S. Huck

    • BHKW-Infothek sagt:

      Lieber Herr Huck,

      das Mini-KWK-Impulsprogramm mit einer Einmalzahlung bei Inbetriebnahme hat grundsätzlich zunächst nichts mit dem KWK-Zuschlag je erzeugter Kilowattstunde Strom auf Grundlage des KWK-Gesetzes zu tun. So hat das Impulsprogramm beispielsweise einen sehr umfangreichen Anforderungskatalog, ist nur mit gelisteten BHKW-Modellen beantragbar und steht ständig unter dem Vorbehalt seiner weiteren Finanzierung. Neben der KWK-Förderung durch das KWK-Gesetz, dem Mini-KWK-impulsprogramm und den Programmen der KfW bestehen auch noch dutzende regionale Förderprogramme, deren Kombinierbarkeit und Voraussetzungen nicht einheitlich sind. Egal welche Programme bei einem Projekt kombiniert werden, die hier im Artikel gegenständliche Förderung nach dem KWK-Gesetz bildet immer die Grundlage für KWK-Anlagen – zumindest für die Anlagen, die nicht stattdessen dem Förderungsregime des EEG unterfallen.

      Effiziente Grüße, /lfs

  6. S. Huck sagt:

    Lieber Herr Stahl,

    vielen Dank für Ihre Antwort und Hinweise, die KfW Förderungen waren mir bis jetzt nicht bekannt.

    Als allererstes einmal möchte ich Ihnen vollkommen zustimmen, was Ihre Einschätzung des Förderbedarfs für Brennstoffzellen angeht. Ich stimme Ihnen zu in dessen grundsätzlicher Bedeutung für eine Energiewende, nicht jedoch in Ihren Schlussfolgerungen bzgl. der Förderhöhe und deren Auswirkung auf Brennstoffzellen (wie auch meine Rechnung unten zeigt).

    Zunächst zur Bedeutung. Gerade jetzt ist eine Förderung dieser neuen Technologie einer der drängendsten Punkte. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und die Förderung von Verbrennungsmotoren in Frage stellen. Das Ziel einer staatlichen Förderung sollte die Weiterentwicklung neuer und zukunftsträchtiger Technologien sein. Daher ist die Förderung von z.B. Brennstoffzellen und Power2Gas zu befürworten, wohingegen Förderungen (im kleinen Leistungsbereich) von ausgereiften Technologien keinen Sinn machen. Im Fall der Verbrennungsmotoren ermöglicht es den Herstellern einer seit 100Jahren optimierten Technologie, mit geringem Zusatzaufwand, einen neuen Absatzmarkt zu erschliessen, anstelle z.B. selber die Brennstoffzellen weiter zu entwickeln. Solches Festhalten und Fördern von BHKWs mit den „alten“ Verbrennungsmotoren in diesem kleinen Leistungsbereich ist nicht zukunftsgerichtet. Eine Blick auf die BAFA Statistiken zeigt, dass eine Effizienzsteigerung durch Förderungen im kleinen Bereich kaum Auswirkungen auf die CO2 Entwicklung haben wird, im grossen Leistungsbereich allerdings durchaus wichtig ist.

    Der Stein meines Anstosses ist aber (genau in obigen Verständnis), die Überschrift Ihres Artikels. Ich möchte daher kurz auf Ihr Praxisbeispiel zurückkommen und die von Ihnen skizzierten Auswirkungen und Dramatik der Förderungs-Umstellung etwas relativieren. Dabei bleibe ich gerne bei der gewählten Brennstoffzelle Vitovalo 300-P.

    Nach meinem Verständnis, erbringt die Anlage, bei den von Ihnen angenommene 8000 Vollbenutzungsstunden, eine Jahresleistung von 6000kWh (= 8000vbh * 0.75kW). Damit komme ich auf alter Grundlage auf einen Gesamt-Förderbetrag verteilt auf 10 Jahre von 3554EUR (= 6000kWh * 0.0541EUR/kWh * 10).
    Nach neuer Regelung sind mit einer max. Förderdauer von 45000vbh und dem angenommenen Eigenverbrauch von 70%, folgende Fördergelder zu erzielen. Aus dem Eigenverbrauch 945EUR (=45000vbh *0.75kW *0.7 *0.04 EUR) und aus der Einspeisung 810EUR (=45000vbh *0.75kW *0.3 *0.08 EUR), insgesamt also 1755EUR.
    Dazu MUSS meiner Meinung nach die Mini-KWK Förderung berücksichtigt werden (mögliche KfW oder lokale Förderprogramm die ich nicht kenne, berücksichtige ich hier nicht).
    Für die Vitovalor können folgende Zuschüsse beantragt werden: Basisbetrag + Wärmeeffizienzbonus von 25% + Stromeffizienzbonus von 60%, d.h. insgesamt 1900EUR + 475EUR (=1900 *0.25) + 1615EUR (=1900*0.6) = 3515EUR. Dies entspricht so ziemlich genau der Fördersumme aus dem alten KWK Programm!
    Somit kommt man auf eine Gesamt-Fördersumme aus KWKG und Mini-KWK von 5270EUR (= 1755EUR + 3515EUR) somit einer effektiven Steigerung der Bezuschussung von 48%. Aus finanztechnischer Sicht möchte zusätzlich auch noch darauf hinweisen, dass eine Einmalzahlung, zu Beginn der Investition wesentlich vorteilhafter ist, als eine Ausschüttung über 10 Jahre. Das Argument, dass die Finanzierung diese Programmes unter ständigen Vorbehalt steht, sollte meiner Ansicht nach einer fairen Bewertung der aktuellen Momentaufnahme nicht im Wege stehen. Zudem ist daher die Einmalzahlung zu Beginn vielleicht auch nicht schlecht.

    Ich gebe Ihnen Recht, die Bedingungen sind umfänglich, aber alles andere als unmöglich und machen aber durchaus Sinn. Ihrem Artikel nach bin ich mir sicher, dass Sie mir zustimmen, dass wir nicht „irgendetwas“ gefördert haben wollen, sondern mit möglichst effizienten und zukunftsgerichteten Technologien die Energiewende erreichen wollen. (Die von mir gefunden Liste auf der Publikationsseite der BAFA für förderfähige Anlagen ist doch erstaulich lang). Daher ist eine Auswahl an hocheffizienten Anlagen und Massnahmen wie der hydraulische Abgleich vollkommen berechtigt und im Sinne aller, die sich für eine Wende engagieren.

    Klimafreundliche Grüße
    S. Huck

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  11. Wilhelm Hildebrandt sagt:

    Freunde von den erneuerbaren Energien.

    Während die Bürgerenergie einen großen Anteil an der Energiewende in Deutschland hat, tragen die Energieversorgungsunternehmen kaum etwas zur Energiewende bei. Mit gerade einmal 12 Prozent Anteil an den regenerativen Energieanlagen insgesamt stellt sich die Frage, ob das „Ja zur Energiewende“ der Energieversorger mehr ist als ein bloßes Lippenbekenntnis.“
    Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat dazu geführt, dass die Bürger sich an einer zunehmend dezentralen Energieversorgung beteiligen können.
    Bürgerenergie kommt damit auf einen fast viermal so großen Anteil wie die Energieversorger, die 12 Prozent der Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Energie besitzen. Bürgerenergie ist außerdem der Marktführer bei der Erzeugung von Ökostrom: Über 56.000 Gigawattstunden wurden in Erneuerbare-Energie-Anlagen erzeugt, die Bürgern gehören. Das sind 43 Prozent des produzierten Ökostroms und immerhin über 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Strom der vor Ort erzeugt und verbraucht wird braucht keine Überlandleitungen. Diese Erhebung war 2013.

    Der Strompreis muß marktwirtschaftich ermittelt werden. Jeder muss seinen Müll selbst Umwelt gerecht entsorgen. Subventionen werden auf 10 Jahre begrenzt. Das muss für alle gelten, nicht nur für die Solar-, auch für Kohle- und Atom-Industrie.
    Der Strompreis setzt sich zusammen:
    Windanlagen an Land mit 9 cent
    Solaranlagen, 12 cent
    Brennstoffzellen + BHKW 12 cent
    Neue Erneuerbare Innergien 16 cent für höchsten 10 Jahre.
    Erneuerung der Stromleitungen 5 cent in eine Genossenschaft – Eigentümer-Stromkunden
    Strompreis wäre dann ca bei 14 cent + 19% Steuern.
    In 10 Jahren hätten wir 100% erneuerbare Energie.

    Nach den VW Skandal wäre die beste Lösung. Das unsre Abgeordneten beschließen sollten.
    Das ab 2016 10% der verkauften Autos in Deutschland – Europa ein Elektroauto ist.
    Jedes Jahr 10% mehr ergibt in 10 Jahren, das nur noch E-Autos gebaut werden.
    Das wäre gut für die Umwelt und für uns.

    Klimafreundliche Grüße
    W. Hildebrandt

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