Ecopower ohne Zukunft: Vaillant beendet BHKW-Produktion

EcoPower 4.7 auf der SHK Essen 2012 (Foto: BHKW-Infothek)Die Politik beschert der Kraft-Wärme-Kopplung stürmische Zeiten. Neben immer neuen bürokratischen Hürden, wie zuletzt der EnSTransV-Meldepflicht, behindert die noch immer nicht geklärte EEG-Umlagehöhe auf Eigenstrom die Installation neuer BHKW. Doch ob die politischen Rahmenbedingungen für die jetzt erfolgte Einstellung aller Produkte im Bereich Kraft-Wärme-Kopplung im Hause Vaillant allein verantwortlich sind, daran darf man zweifeln. Bereits letztes Jahr im Januar stellte Vaillant den Vertrieb des Ecopower 1.0 „aus wirtschaftlichen Gründen“ ein und gab Grund an, sich auf die Brennstoffzellentechnik konzentrieren zu wollen, nur um drei Monate später überraschend das Ende seiner seit den 1990er Jahren laufenden Brennstoffzellenentwicklung bekannt zu geben. Wie Vaillant einzelnen Partnern und Fachhandwerkern diese Woche mitteilte, wird die Produktion der verbliebenen Ecopower 3.0, 4.7 und 20.0 jetzt komplett eingestellt. Vaillant schließt damit faktisch seine BHKW-Sparte. Rückblickend betrachtet, ist die Geschichte der Vaillant-Blockheizkraftwerke eine Aneinanderreihung von Fehlentscheidungen, Pleiten, Pech und Pannen.

EcoPower Seitenansicht mit geöffnetem Gehäuse

Ecopower 4.7 Seitenansicht

Ecopower 3.0 und 4.7
Entwickelt wurde das Ecopower 4.7 ursprünglich in den 1990er Jahren in der Schweiz. Gefertigt wurden erste Serienmodelle der Revision A des Ecopower 4.7 ab der Jahrtausendwende von der Valentin Energie- und Umwelttechnik GmbH in Gera, wo in den folgenden Jahren, nach der Übernahme durch die Vaillant Tochter PowerPlus Technologies, eine umfangreiche Serienproduktion aufgenommen wurde. Mit der Revision C erfuhr das Gerät im Jahr 2006 grundlegende Änderungen und wurde für die Integration in das Programm von Vaillant vorbereitet. Zusätzlich zum Ecopower 4.7 wurde eine über die Motorsteuerung gedrosselte Variante mit 3 kW elektrischer Leistung unter dem Namen „Ecopower 3.0“ eingeführt. Im Juni 2011 wurde schließlich die Fertigung an den Vaillant-Standort in Gelsenkirchen verlagert und zugleich der Sprung auf die Geräterevision D mit einem von AVL Schrick überarbeiteten Motor vollzogen. Diese Überarbeitung war auch dringend notwendig, denn Betreiber des EcoPower 4.7 der Revisionen B und C hatten sich – auch im BHKW-Diskussionsforum – auffällig häufig über vorzeitige Motorausfälle und Defekte der Leistungselektronik beschwert. Die auffällige Defekthäufung nahm in den folgenden Jahren merklich ab. Die eigentlich zur SHK Essen 2018 erwartete große Überarbeitung des Gerätes erfolgte jedoch nicht mehr und auch der Ausstellungsplatz in der hintersten Ecke des Standes ließ nichts Gutes vermuten – aber dennoch versprühte das anwesende Ecopower-Team noch viel Zuversicht für das Produkt. Im Rahmen einer kleinen Produktverbesserung unter dem internen Namen „FAST“ sollten das Ecopower 3.0 und 4.7 zumindest halbwegs fit für die Zukunft gehalten werden: Neben einer verbesserten Leistungselektronik wurde eine überarbeitete Steuerung inklusive LAN-Anbindung und Web-Portal für den Endkunden an Stelle der bisher verwendeten vorsintflutlichen RS-232-Schnittstelle vorgestellt. Insgesamt sind die Ecopower 3.0 und 4.7 noch das, was man am ehesten als ein erfolgreiches Produkt bezeichnen könnte. Zeitgleich mit der Messe in Essen begann jedoch bundesweit die Ersatzteilversorgung – insbesondere im Bereich der Wartungskits – zu stocken. Die Ersatzteilversorgung hat sich Ende Mai bis Anfang Juni zwar wieder verbessert, dennoch standen teilweise Anlagen bis zu drei Monate wegen fehlender Wartungskits. Auch die zentralisierte Hotline soll nach Berichten von Betreibern schwer zu erreichen gewesen sein.

Ecopower 20.0 auf der SHK Essen 2012 (Bild: BHKW-Infothek)

Powertherm Ecopower 20.0

Ecopower 20.0
Noch glückloser gestaltete sich die Geschichte des Ecopower 20.0 für Vaillant. Statt eine Eigenentwicklung zu starten, begab sich der Remscheider Heiztechnikkonzern im Frühjahr 2012 auf Einkaufstour und wurde in Hamburg fündig: Das damals im Hamburger Stadtteil Harburg ansässige Unternehmen Cogenon hatte erst wenige Monate zuvor den damals sehr bekannten Hersteller PowerTherm übernommen und verfügte somit nicht nur über Know-How in der Fertigung einzelner BHKW im Bereich von 6,5 bis 400 kW elektrischer Leistung, sondern auch über einen seit 1999 bekannten Kassenschlager, der sich mit einer angepassten Lackierung optimal in das BHKW-Portfolio von Vaillant einreihen sollte. Zeitgleich wurde ein Entwicklungsprojekt zur Modernisierung des Gerätes gestartet, dessen Ergebnisse unter dem Produktnamen „Ecopower 20.0“ auf der ISH Frankfurt 2013 vorgestellt wurden. Mit erheblichem Aufwand wurde vom Wechselrichter über die Steuerung, dem Motor bis hin zu neuen Abgasschalldämpfern und einem Brennwertwärmetauscher nahezu an jedem Bauteil des Gerätes Entwicklungsarbeit geleistet und Verbesserungen vorgenommen. Diese Mühe war jedoch vergebens: Der Fertigungsaufwand angefangen von der Umrüstung jedes Daedong-Motors von Diesel auf Erd- oder Flüssiggas im Hamburger Cogenon-Werk über notwendige Designänderungen zur Einhaltung der Mikro-KWK-Norm EN 50465 bis hin zum recht kurzen Wartungsintervall von nur 2.500 Stunden hatten Vaillant nach drei Jahren bewogen das PowerTherm-Design aufzugeben und das Hamburger Cogenon-Werk zu schließen. Auf der ISH 2015 wurde schließlich ein neues Ecopower 20.0 vorgestellt, bei dem es sich um eine umlackierte und mit Vaillant-Logo ausgestattete G-Box 20 vom Hersteller 2G handelte, die fortan von Vaillant an Stelle des PowerTherm als Handelsware vertrieben wurde.

Vaillant Ecopower 1.0

Vaillant Ecopower 1.0

Ecopower 1.0
Einen ganz besonderen Coup landete Vaillant zur ISH 2011 mit der Vorstellung des ersten Nano-BHKW für den Massenmarkt in Deutschland. Zwar hatten schon andere Hersteller Entwicklungen für Einfamilienhäuser auf den Markt gebracht und auch Vaillant hatte mit einem Ecopower Stirling eine eigene Entwicklung im Köcher, doch mit den 130.000 von Honda weltweit verkauften „GE160V EcoWill“ kann sich bis heute kein europäischer Hersteller messen. Es wurde daher aufgrund des überragenden weltweiten Erfolges von Honda im Nano-BHKW-Segment erwartet, dass das Ecopower 1.0, bestehend aus einem mCHP Motormodul von Honda und einem Wärmeauskopplungs- und Steuerungsmodul von Vaillant, sich kurzfristig in sehr großen Stückzahlen verkaufen würde. Doch mit dem kurz darauf bekanntgegebenen Systempaketpreis von 15.690 Euro zzgl. Mehrwertsteuer und Einbau lief der Verkauf nur sehr schleppend an. Nach diesem Dämpfer konnte auch eine im folgenden Jahr durchgeführte drastische Preisreduzierung auf 7.134 Euro zzgl. Mehrwertsteuer und Einbau für ein Einzelmodul ohne Systempaket nicht mehr für Begeisterung im Handel sorgen – der große Euphemismus war bereits verflogen. Danach folgten für das Ecopower 1.0 gleich drei schwere Pannen: Zunächst stellte sich heraus, dass die von Vaillant im Systempaket gelieferten Pufferspeicher laut Datenblatt 5 Liter weniger Volumen hatten, als nach den Förderrichtlinien des BAFA gefordert sind. Den Betreibern drohte eine Versagung der beworbenen BAFA-Förderung. Vaillant konnte jedoch durch eine Nachmessung unter Einbeziehung der Anschlussstutzen nachweisen, dass das geforderte Volumen doch erreicht wird. Nur ein Jahr später folgte der erste Super-GAU: Ein Leser der BHKW-Infothek fand heraus, dass der Passwortschutz der Ecopower-Steuerung falsch implementiert wurde und sich somit jedermann als Vaillant-Entwickler am System anmelden konnte. Eine eingehende Untersuchung durch die BHKW-Infothek in Kooperation mit der Computerzeitschrift c’t und Heise-Security brachte zu Tage, dass die Ursache in einer von Vaillant beim Schweizer Hersteller Saia-Burgess zugekauften Steuerung zu suchen war. Durch einen darüber hinaus von Vaillant ungeschickt angelegten Adressdienst war es zudem möglich, dass Unberechtigte alle mit dem Internet verbundenen Vaillant Ecopower 1.0 spielend leicht hätten fernsteuern können. Bis zur Behebung der Sicherheitslücke empfahl Vaillant allen Betreibern per Brief, die Anlagen vom Internet zu trennen. Drei Jahre später folgte der zweite Super-GAU: Vaillant musste alle Besitzer eines Ecopower 1.0 anweisen, die Maschinen sofort außer Betrieb zu nehmen, da aufgrund einer möglichen Gasundichtigkeit beim Weiterbetrieb die Möglichkeit von „Sachschäden sowie [von] Gefahr für Leib und Leben“ gegeben sei. Zwar wurden alle drei Probleme von Vaillant sehr engagiert behoben und die Besitzer von Anlagen finden gegenüber der BHKW-Infothek bis heute nur lobende Worte über das Krisenmanagement des Konzerns – doch der Ruf des Produktes war zu stark beschädigt. Im Januar 2017 gab Vaillant bekannt, das Produkt endgültig einzustellen.

ISH 2015: Vaillant zeigt Brennstoffzelle der 6. Generation

Vaillant Brennstoffzelle der 6. Generation

Vaillant Xellpower Brennstoffzelle
Bereits im Jahr 1997 begann Vaillant mit der Forschung für ein Brennstoffzellen-BHKW. Nach ersten Versuchen mit Niedrigtemperatur-PEMFC und wenig später mit Hochtemperatur-PEMFC schwenkte Vaillant auf die SOFC-Technik um und installierte ab 2001 im Rahmen eines ersten Feldtestprojekts drei Prototypen der 2. Generation. Insgesamt wurden 60 Geräte der ersten drei Generationen in einem europaweiten Feldtest erprobt. Diese Geräte waren wesentlich größer als die später in Feldtests erprobten Modelle der 4. sowie 5. Generation und erreichten 4,6 kW elektrische Leistung. Auf der Hannover Messe 2011 stellte Vaillant schließlich mit der 4. Generation das erste wandhängende Gerät mit nur einem Kilowatt elektrischer Leistung vor, welches in den darauffolgenden Jahren ausgiebig erprobt und mit der 2013 vorgestellten 5. Generation nur in Details überarbeitet wurde. Auf der ISH 2015 stellte Vaillant schließlich die mittlerweile 6. Generation seines Brennstoffzellenheizgerätes erstmals der Öffentlichkeit vor. Mit einer elektrischen Leistung von 800 Watt bei einem thermischen Output von 1.500 Watt passte die Leistung der letzten Generation wesentlich besser zur Zielgruppe von kleineren Ein- und Zweifamilienhäusern. Doch statt der für 2016 erwarteten Markteinführung teilte Vaillant gegenüber der BHKW-Infothek im Januar 2017 mit, dass „bislang noch nicht alle technischen Anforderungen für eine Markteinführung der Vaillant Brennstoffzelle erfüllt seien“. Doch Vaillant gab sich weiterhin positiv und das Gerücht, dass es zur ISH im März 2017 Neues zur Brennstoffzelle von Vaillant geben wurde, nährte die Hoffnung. Aber es kam ganz anders: Vaillant gab bekannt, die Brennstoffzellenentwicklung einzustellen und das Produkt Xellpower nicht auf den Markt zu bringen. Dies kam nicht nur für die Öffentlichkeit überraschend, auch Sunfire, den Dresdner Hersteller des von Vaillant verwendeten Brennstoffzellestacks, traf diese Kehrtwende unerwartet und führte zu Verstimmung. Die plötzliche Abkehr von der Brennstoffzelle seitens Vaillant sei „nicht nachvollziehbar“ und „strategisch falsch“ kommentierte man in Dresden. Dabei gab Vaillant explizit nicht mehr unerfüllte „technische Anforderungen“ als Grund an, sondern, dass „Brennstoffzellen-Heizgeräte derzeit nicht wirtschaftlich“ seien. Vermutlich dürfte es eine Mischung aus beiden Gründen gewesen sein, denn Hochtemperaturbrennstoffzellen (SOFC) verschleißen recht schnell und müssen aufgrund dieses Degradation genannten Leistungsverlustes nach wenigen Jahren ersetzt werden. Dies führt wiederum zu hohen Betriebskosten, was zu einer Unwirtschaftlichkeit solcher Anlagen führen kann. Andere Anbieter, die wie Viessmann mit der Vitovalor, auf Niedertemperatur-Brennstoffzellen (PEMFC) setzen, sind hier im Vorteil. Vaillant hatte jedoch aus Gründen der höheren Effizienz nach erfolgreichen Tests der PEMFC-Technik einen Strategiewechsel hin zu SOFC vorgenommen und damit im Ergebnis viel Zeit für Neuentwicklungen verloren, die sich am Ende als nicht optimal für einen Markterfolg herausstellten.

Ein Ende mit Schrecken oder folgt jetzt Schrecken ohne Ende?
Trotz vieler Fehlschläge aufgrund rückblickend schlechter Managemententscheidungen beim Ecopower 20.0 und der Brennstoffzelle oder verfehlter Preispolitik und Pannen, wie beim Ecopower 1.0, ist Vaillant aktuell im BHKW-Geschäft recht gut aufgestellt. Mit der als Ecopower 20.0 verkauften G-Box 20 von 2G aus Heek verfügt Vaillant über ein solides Mini-BHKW. Und was den Mikro-BHKW-Sektor betrifft, so waren die Ecopower 3.0 sowie 4.7 in der Vergangenheit zwar teilweise als anfällig bekannt – aber die aktuelle Generation „D“ mit den zuletzt erfolgten Verbesserungen zeigt diese Beschwerdehäufung nicht mehr, ist unter Preis-Leistungs-Aspekten für Käufer nicht uninteressant und soll sich dem Vernehmen nach auch nicht schlecht verkaufen. Die Mitteilung zum Ende der Ecopower-Ära im Produktportfolio von Vaillant ereilt Partner und Handwerker daher jetzt wiedermal plötzlich. Begründet wird die komplette Einstellung des Geschäftsbereiches seitens Vaillant damit, dass es sich bei der Kraft-Wärme-Kopplung für den Konzern nur um eine „Nieschentechnologie“ handele und „sich der Markt in der Vergangenheit nicht wie gewünscht entwickelt“ habe. Wenn man jedoch auf die oben beschriebenen Pleiten, Pech und Pannen der Ecopower-BHKW im Vaillant-Konzern zurückblickt, muss man sich die Frage stellen, welche Schuld den Markt noch treffen kann. Und anstatt die Einstellung der Sparte „Kraft-Wärme-Kopplung“ im Konzern jetzt mit Würde zu tragen, erfahren die meisten Betreiber von Ecopower-BHKW diese Nachricht nicht etwa in einem netten Brief mit Zusicherung der weiteren Ersatzteilversorgung von Vaillant – sondern aus der Presse oder mit Glück von ihrem Handwerker. Zumindest, soweit der Handel inzwischen überhaupt vollständig informiert wurde. Auf der Webseite des Konzerns findet sich jedenfalls bis zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Meldung weder eine Pressemitteilung noch irgendeine Notiz dazu, dass Vaillant in Sachen Ecopower die Segel streicht. Wie von Fachhandwerkern zu erfahren ist, soll Vaillant derzeit planen, die Ersatzteilversorgung bis auf Weiteres aufrecht erhalten und auch die Wartungsverträge mit Kunden weiter erfüllen zu wollen. Für die Betreiber von Ecopower-BHKW bleibt zu hoffen, dass sich die Verlautbarungen zur weiteren Ersatzteilversorgung und Fortsetzung der Wartungsverträge nicht nur kurzfristig, sondern auch über die nächsten Jahre bewahrheiten werden. (lfs)

Kategorie: Alle Meldungen der BHKW-Infothek zu den Ecopower-BHKW

 

8 Kommentare zu Ecopower ohne Zukunft: Vaillant beendet BHKW-Produktion

  1. Teile auch ohne Vaillant sagt:

    Es gibt eine Sammlung der passenden Teile für Ecopower 3.0 + 4.7 im Forum: https://bhkw-forum.de/index.php?thread/6521-ersatzteile-und-betriebsstoffe-f%C3%BCr-ecopower-3-0-und-4-8-originale-nicht-%C3%BCber-vai/ Kritisch sind die Sonderanfertigungen wie Momo und Spock.

  2. Alex sagt:

    Wow! So am Stück zusammengefasst wundert man sich wie Vaillant es als Konzern überhaupt so weit gebracht hat! Einfach nur peinlich!

  3. Rodenheber, Rainer -DORIAR- sagt:

    Ich habe auch einen Ecopower 1.0. Musste letztes Jahr auch gegen abenteuerliche Auffassungen seites Vaillant erst prozessieren, ehe Bewegung in die Angelegenheit kam. Vaillant muss nun bis zum Ende der Funktionsgarantie geradestehen!
    Ansonsten hat sich mein abgewandelter Textbaustein „Vaillant denkt zwar weiter aber nicht bis zum Ende“ bewahrheitet, den ich gelegentlich in meinen Forenbeiträgen niedergeschrieben habe!

  4. gunnar.kaestle sagt:

    „Bereits im März 2017 hatte die Vaillant Group erklärt, ihre Entwicklungskapazitäten im Bereich der Brennstoffzellentechnologie zu reduzieren und die Markteinführung des Brennstoffzellenheizgerätes für Einfamilienhäuser bis auf weiteres auszusetzen.“

    Es sieht so aus, also ob die Geschäftsführung unter der Leitung von Dr.-Ing. Norbert Schiedeck (Vorsitzender der Vaillant Group Geschäftsführung sowie Geschäftsführer Technik) beschlossen hat, den betriebswirtschaftlichen schweren Weg der Markteinführung von mKWK-Geräten nicht selber zu gehen, sondern anderen zu überlassen. Das kostet weniger, hat aber auch das Risiko, falls der Zug ins Rollen gerät, dass man nicht schnell genug aufspringen kann.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in Zukunft zwei Hauptstränge in der Heiztechnik sehen. Das eine ist die stromverbrauchende Heizung (früher Nachtspeicherofen oder auch Elektrodirektheizer, heute eher eine effizientere Wärmepumpe) und bei den gasverbrauchenden Heizungen (früher NT-Kessel, heute Brennwert-Kessel und morgen die stromerzeugende mKWK-Anlagen oder gasbefeuerte Wärmepumpen). Das gebietet schon der Weg der höheren Effizienz und ich meine hier explizit die exergetische Effizienz, um klar auszudrücken, dass ein Kessel, der Gas in NT-Wärme wandelt, eine exergetische Wertsenke ist.

    Ausserdem braucht man etwas in der Zukunft, wenn man die Zeiten mit rositiver Restlast und dort die kalte Dunkelflaute überstehen will. Bei einem EE-Defizit sind KWK-Anlagen angebracht, bei einem EE-Überschuss sollten die P2H-Technologien laufen. Vgl mit der Kurzstudie zur Rolle der KWK in der Energiewende.

    Der ehemalige GE-Vorsitzende Jack Welch hat immer nach dem Grundsatz zur Sanierung von Problem in seinem Gemischtwarenhandel agiert: „[i]fix it[/i], [i]sell it[/i] or [i]close it[/i]“. Offenbar hat Valliant die Geduld verloren und macht nun den Laden zu, statt das Geschäft zu reparieren. Ich halte das für eine langfristig nicht sehr geschickte Taktik, da die strategischen Kompassnadeln nach wie vor in Richtung höhere Effizienz zeigen, und das geht im Gassektor bekanntermaßen ganz gut mit KWK. Wenn man gute unternehmensinterne Prozesse installiert hat, sind die Rückmeldungen der Kunden / Beschwerden zur Performance gut und wichtig, um das Produkt zu verbessern und mit den Erfahrungen beim Kunden möglichst schnell zu lernen. Vielleicht sind in der Tat die Großen Heiztechnikhersteller dazu zu träge und das Feld der mKWK wird durch KMUs aufgerollt, wo sich dann die Großen dann in einigen Jahren einfach per Unternehmenseinkauf das Wissen wieder einverleiben. So ist es bei den mittelgroßen BHKWs ja auch schon geschehen (Wolf – Kuntschar und Schlüter; Viessmann – ESS; Bosch KWK-Systeme – Köhler & Ziegler).

    Gruß,
    Gunnar

    • ecopowerprofi sagt:

      Man hat bei Vaillant versucht, den Vertrieb, Wartung usw. von BHKWs in das übrige Geschäft zu integrieren. Das funktioniert einfach nicht. Ein Wartungstechniker kann nicht Morgens ein Brennwertgerät, Mittags eine Wärmpumpe und Nachmittags ein BHKW fachlich richtig warten.. Das selbige bei Planung, Vertrieb und Installation. Auch gewisse Entwicklungsarbeit im Bereich der Steuerung und Regelung durch Dritte ausführen zu lassen war nicht von Vorteil. Gerade dieser Sache muss im eigenen Hause im kleines Kompetenzteam angesiedelt sein um auf spezifische Probleme und Fragestellungen reagieren zu können.

  5. GM1967 sagt:

    Das ist eben ein selbstgemachtes Problem. Vaillant hätte Ecopower besser als eigene Marke belassen, so das gerade Technik und Betreuung kompetent besetzt sind. Synergieen hätte man im bereich Verkauf und Außendienst erzielen können. Im Kundendienst gibts kein Universaltechniker, der alles gleich gut kann – und vor allem kann er gar nich alle möglichen Teile dabei haben.

  6. F. Roman sagt:

    Mein ecopower 1.0 steht seit 2 Jahren still. Grund: Unwirtschaftlichkeit (hoher Gasverbrauch), ständige Fehlermeldungen, die das Gerät mehr lahm gelegt als am Leben erhalten haben. Informationen oder Hilfe durch Vaillant? Fehlanzeige. Vom Heizungsinstallateur ? Fehlanzeige. Wartungsvertrag bereits nach 1 Jahr um 100% erhöht. Als ich nicht damit einverstanden war, hat Vaillant gezeigt, wo der Bartel den Moscht holt…ergo mir wurde unrechtmäßig gekündigt. Nun prozessiere ich seit einigen Jahren und Vaillant sagt immer noch: der ecopower ist einwandfrei!!! Es modert ein 20000€ teures Modell im Keller und die geldgeilen Manager reiben sich die Hände …
    Überlegt es euch gut, ob ihr Vaillant euer Vertrauen schenken wollt!!! Legt euer Geld lieber in Aktien an…das macht mehr Spaß.

  7. Michael Schmidt sagt:

    Soll ich weinen – soll ich lachen ? Ich weiß es nicht : eco4.7 (1) rd. 38 TBh – ist noch Serie B, hat jedoch eklatante Startprobleme, da Anlasser/Schwungscheibe nicht so recht „korrespondieren“ – wenn‘s dann aber einmal läuft, macht‘s was es soll…! Eco4.7 (2) rd. 55 TBh – bereits seit 01/2010 i.B., im Garantiezeitraum „schlappe“ 12 Technikerbesuche… Nachdem ich mich von VAILLANT abgenabelt hatte und auch Zylinder-kopf-Dichtungswechsel am immer noch 1. Motor selbst bewerkstellige, sank die Störhäufigkeit signifikant ! Ich bin der festen Überzeugung, das 1,5-fache der NND, nämlich 60 TBh, erreichen zu können ! Die Kombi mit einer 5,6 kWp-PV-Anlage, ergänzt mit einer eco8.8-kW Strombatterie verschafft mir bei einträglichem Mieter-Stromverkauf (über die Wohnnebenkosten seit ebend 2010 !) einen Strom-Deckungsgrad im Objekt von rd. 89% ! Damit bin ich evtl. einer der wenigen zufriedenen ecopower-Betreiber – muß aber der Ehrlichkeit halber anfügen das ich das nur erreichen konnte durch eine permanente IT-Überwachung und ziemlich hohem Zeitaufwand, den ich nur als Rentner habe aufbringen können… Ich von Beginn an aller Diskussionen stets das Produkt als solches gelobt – jedoch VAILLANT oberhalb der Technikerebene verflucht und verteufelt ! Mein Fazit : Unvermögen der Leitung bei VAILLANT mit Desinteresse wegen nicht genügendem Absatz nicht unwesentlich durch überhöhte Preise und Kosten… Der gesamten KWK-Branche ist damit ein herber Schlag versetzt worden und bringt diese vollkommen unverdient in Verruf !!! – IMHO

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