Stromkonzerne erhalten Negativpreis „Verschlossene Auster“

Verschlossene Auster 2011 (Foto: Bastian Dincher)Die Stromkonzerne RWE, EnBW, Vattenfall und EON wurden am vergangenen Samstag mit der verschlossenen Auster ausgezeichnet. Stellvertretend für die Atomkonzerne nahmen Volker Heck, Sprecher des Energiekonzerns RWE sowie Guido Knott, Sprecher des Energiekonzerns E.ON den Preis entgegen. Das Netzwerk Recherche zeichnet mit der verschlossenen Auster seit 2002 jedes Jahr Unternehmen, Organisationen und Personen aus, die sich als besondere Informationsblockierer erwiesen haben.

Zur Begründung hieß es bei der Verleihung in Hamburg, die Unternehmen hätten „beschönigt, beeinflusst und verheimlicht“ und „Jahrzehnte lang die Wahrheit in ihrem Sinne verdreht, Politik massiv unter Druck gesetzt und die Gefahr von Atomkraft gegenüber der Öffentlichkeit unter dem Deckmäntelchen des Klimaschutzes heruntergespielt“. In den vergangenen Jahren erhielten unter anderem der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn sowie der ehemalige Präsident und derzeitige Ministerpräsident Russlands Wladimir Putin den Preis.

Besonders negativ war der Jury aufgefallen, dass die Atomkraft von den Stromkonzernen positiv als Brücken-Technologie bezeichnet wird. „Dabei kann Atomkraft das Klima überhaupt nicht retten. Verantwortung und Respekt vor dem Bürgerwillen sehen anders aus“, so die Jury weiter. Laudator Heribert Prantl stellte in seiner Rede fest, „Die Zukunft gehöre den Erneuerbaren Energien, aber auf diese Zukunft haben sich RWE und Co viel zu wenig eingestellt.“

(Foto: Bastian Dincher)

 

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