Neue Informationen zum Mikro-BHKW Contracting von RWE

RWE HomePower Anlage (Grafik: RWE Effizienz GmbH)Unter dem Produktnamen RWE HomePower hat der Energiekonzern RWE mit seiner Tochter RWE Effizienz in Kooperation mit Vaillant begonnen, Mikro-BHKW für Ein- und Mehrfamilienhäuser anzubieten (wir berichteten). Nachdem RWE vor zwei Wochen bekanntgab, dieses Jahr mit 50 Anlagen in Nordrhein-Westfalen zu beginnen, zog der RWE Konkurrent LichtBlick diese Woche hektisch nach und verkündete sein ZuhauseKraftwerk Contracting ab sofort auch in Nordrhein-Westfalen anbieten zu wollen. Die RWE Effizienz hat derweil Details zu Ihrem HomePower Angebot bekanntgegeben.

Das RWE HomePower Prinzip (Grafik: RWE Effizienz GmbH)Das Blockheizkraftwerk Vaillant ecoPOWER 4.7 wird von einer ControlBox genannten Steuereinheit im Heizungskeller des Kunden kontrolliert. Die ControlBox ermittelt die Heiz- und Strombedarfsverläufe des Hauses, berechnet Prognosen und stellt die ermittelten Werte dem Kunden in einer Web-Visualisierung zur Verfügung. Im ersten Ausbauschritt beschränkt sich die Regelung auf ein lokales adaptives Lastmanagement.

RWE HomePower Schema (Grafik: RWE Effizienz GmbH)Dabei wird das Mikro-BHKW alleinig nach dem Strom- und Heizbedarf des betreffenden Gebäudes geregelt. Später möchte RWE Effizienz lokale Netzdienstleistungen im gleichen Ortsnetz anbieten und die dezentralen Minikraftwerke auch nach dem lokalen Bedarf ansteuern. In einem dritten Ausbauschritt soll eine überregionale Bündelung erfolgen. In diesem dritten Schritt wird der angedachte Heizstab im Pufferspeicher zur Anwendung kommen. Der Heizstab wird dann bei Stromüberschüssen im Verbundnetz negative Regelenergie bereitstellen, welche RWE an der Strombörse platzieren und dafür eine Vergütung erhalten kann.

RWE HomePower Lastgang (Grafik: RWE Effizienz GmbH)Die Regelung nach dem konkreten Strombedarf im betreffenden Objekt ist besonders vorteilhaft. Wie BHKW-Betreiber mit eigenem BHKW wissen, ist der lokal erzeugte Strom sehr günstig und wird an der Strombörse mit etwa 5 Eurocent je Kilowattstunde gehandelt. Erst Netzkosten, Konzessionsabgaben, EEG-Umlage und die Stromsteuer machen den Strom für Stromkunden teuer. Auch bei dem Mikro-BHKW Contracting von RWE soll der Kunde profitieren. Er erhält für jede in seinem Keller erzeugte Kilowattstunde elektrischer Energie einen Bonus von 0,5 Eurocent. RWE Stromkunden mit HomePower Tarif erhalten zudem für jede im Keller erzeugte und im gleichen Gebäude verbrauchte Kilowattstunde Strom 1 Eurocent Rabatt. Im HomePower Stromtarif wird zudem der über die Erzeugungsleistung des Mikro-BHKW hinaus benötigte Strom als Öko-Strom von RWE bereitgestellt.

Der Wärmepreis richtet sich nach der Wärmemenge, der Region und dem gewählten Contractingpaket und beträgt derzeit 5,95 bis 7,80 Eurocent je Kilowattstunde. Gekoppelt ist der Wärmepreis nicht wie bei anderen Anbietern an den Gaspreisindex des statistischen Bundesamtes, sondern an die konkreten Gaseinkaufspreise von RWE.

Angeboten wird das Mikro-BHKW Contracting von RWE in zwei Paketen. Bei beiden Paketen muss sich der Kunde verpflichten, die Wärme für einen Zeitraum von 10 Jahren und den Strom im HomePower Tarif für mindestens 2 Jahre von RWE zu beziehen. Zudem gilt das Angebot nur für Gebäude mit einem jährlichen Wärmebedarf von mehr als 50.000 kWh, was einem derzeitigen Gasbedarf von etwa 60.000 kWh entspricht. Bei der Paketvariante mit Energieliefercontracting zahlt der Kunde einen einmaligen Investitionszuschuss von 5.000 Euro sowie eine monatliche Grundgebühr zwischen 30 und 40 Euro. Bei dem Modell Betriebsoptimierung, einer Variante des Betriebsführungscontractings, zahlt der Kunde die komplette Investition von bis zu 40.000 Euro und erhält dafür geringere Wärmekosten und zahlt keine monatliche Grundgebühr über den Vertragszeitraum von 10 Jahren.

In beiden Fällen lässt RWE Effizienz das Mikro-BHKW von einem lokalen für das ecoPOWER von Vaillant zertifizierten Heizungsbaubetrieb installieren, welcher für die Dauer der Vertragslaufzeit auch die Wartung, den Service und die Instandhaltung der Anlage im Auftrag und auf Kosten von RWE übernimmt. Zum Paket gehören weiterhin eine Brennwert-Spitzenlasttherme sowie ein 850 Liter Hygienespeicher mit Warmwasserbereitung sowie die RWE Effizienz ControlBox. RWE kümmert sich zudem um alle Formalitäten, Anmeldungen und Genehmigungen, die das Vorhaben betreffen.

Die Idee für Projekt HomePower entstand bei RWE bereits im Januar 2010, wie der RWE HomePower Projektleiter Björn Gropengießer im Interview mit der BHKW-Infothek zu berichten weiß. „Bereits im Februar 2010 beauftragten wir das Fraunhofer Institut eine Testanlage zu errichten und die ControlBox zu entwickeln. Die Entscheidung für das Vaillant ecoPOWER 4.7 Mikro-BHKW konnte ebenfalls schnell getroffen werden. Es passte optimal zu unserem Konzept einer an den Lastgang des Gebäudes angepassten Betriebsweise. Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme unserer 50 Pilotanlagen in Nordrhein-Westfalen werden wir voraussichtlich auch Nano-BHKW für kleinere Einfamilienhäuser anbieten“, womit Gropengießer höchstwahrscheinlich auf das neue ecoPOWER 1.0 anspielt. „Die erste Kundenanlage ist bereits errichtet, wir werden jetzt sehr schnell die ersten 50 Anlagen ans Netz bringen“, verspricht RWE Projektleiter Gropengießer.

Webseite: RWE HomePower
(Bilder: RWE Effizienz GmbH)

Ein Artikel von Louis-F. Stahl

 

10 Kommentare zu Neue Informationen zum Mikro-BHKW Contracting von RWE

  1. Pingback: RWE steigt in das Mikro-BHKW Contracting für Privatkunden ein | BHKW-Infothek

  2. Supertalent sagt:

    Ich hätte es nicht besser schreiben können. Bitte fügt doch noch ein Video in den Artikel ein, dann ist der Eintrag noch besser.

    Viele Grüsse

  3. Jens sagt:

    An diesem Modell dürfte nur einer verdienen – RWE!!!

  4. BHKW-Infothek sagt:

    Das ist Contracting 😉 Der Kunde erhält ein Rundumsorglospaket, muss dafür jedoch natürlich auch die Arbeit des Contractors bezahlen. Wenn der Kunde ein BHKW selbst betreibt – und das nicht als Hobby sieht – muss dieser die eigene Arbeitszeit auch bewerten.

    Wir begrüßen es, dass auch die großen Konzerne langsam auf den Trichter kommen Mikro-KWK als Chance zu sehen. Und je mehr Konkurrenz der Markt hat, desto besser werden die Bedingungen für den Kunden. LichtBlick hat angefangen, mit RWE kommt jetzt der zweite große Player… es ist nur eine Frage der Zeit bis die Anderen Anbieter nachziehen.

  5. Justus sagt:

    Wieso sollte RWE irgendein Interesse an Mikro-KWK haben?

  6. Marcel sagt:

    Grundsätzlich eine gute Idee. Nur Strom in Wärme speichern? Meines erachtens wird hier versucht die elektrische Nachtspeicherheizung wieder in Position zu bringen. Von Energieeffizienz kann dann keine Rede sein. Nur weil der Strom „öko“ ist, wird diese Technik nicht besser. Es gibt intelligentere Wege den Strom zu speichern, bzw. zu nutzen.

  7. Pingback: Bereits mehr als 500 ZuhauseKraftwerke von LichtBlick | BHKW-Infothek

  8. H.Wasserfuhr sagt:

    Bitte um Informationen,für einBHKW,Möbelhaus ca 4500qm Ausstellung!

    Mit freundlichen Grüssen,

    H.Wasserfuhr

  9. Pingback: RWE Effizienz präsentiert eine intelligente Dachs-Steuerung | BHKW-Infothek

  10. Pingback: Auch RWE und EnVersum beenden Mikro-KWK-Contracting | BHKW-Infothek

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