Neue Details zum vorläufigen Insolvenzverfahren bei OTAG

Otag Logo (Grafik: Otag)Nachdem am vergangenen Donnerstag das vorläufige Insolvenzverfahren über die OTAG Vertriebs GmbH & Co. KG aus Olsberg eröffnet wurde (wir berichteten), sind jetzt erste Details zu den Ursachen und dem aktuellen Stand bekannt geworden.

Die OTAG Geschäftsführung sah sich aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit gezwungen einen Insolvenzantrag zu stellen, berichtet OTAG Geschäftsführer Franz Josef Schulte im Interview mit der BHKW-Infothek. „Bereits bei der Ankündigung des letzten Mini-KWK-Impulsprogramms im Jahr 2008 brachen bei uns sofort die Anfragen von Kunden und damit auch die Aufträge ein. Die Kunden warten nach einer solchen Ankündigung ab, bis die Details der Förderung bekannt sind und Anträge eingereicht werden können“, erläutert Herr Schulte. Die kürzlich erfolgte Ankündigung eines neuen Impulsprogramms (wir berichteten) habe erneut zu einem sofortigen Totalausfall von Bestellungen und damit von wichtigen Einnahmen bei OTAG geführt. Es sei unklar, wann auf diese Förderungsankündigung seitens der Politik Taten folgen und wie lange der Bestellungsausfall andauern wird. Zudem ergaben sich kurzfristig Probleme mit Geschäftspartnern, was die finanzielle Lage von OTAG zusätzlich zuspitze, berichtet OTAG Geschäftsführer Schulte.

OTAG lion-Powerblock in Kundenumgebung (Bild: Otag)„Wir bedauern diese Entwicklung und werden, auch unter den einschränkenden Bedingungen des Insolvenzverfahrens, nach unseren Kräften weiter für den Erfolg der Strom erzeugenden Heizung lion-Powerblock arbeiten“, so eine Erklärung auf der Firmenwebseite von OTAG. Diese Aussage bekräftigte der OTAG Geschäftsführer auch im Interview mit der BHKW-Infothek. „Wir werden unsere bisherige Arbeit und insbesondere unseren Service auch während des vorläufigen Insolvenzverfahrens fortsetzen, soweit es uns möglich und rechtlich zulässig ist“ so Geschäftsführer Schulte. Man suche derzeit zudem nach neuen Investoren und sei auch bereits in entsprechenden Gesprächen. Daher ist OTAG Geschäftsführer Schulte sehr zuversichtlich, dass OTAG die momentane Krise überwinden wird.

Entwickelt und produziert wurde der Powerblock nicht ausschließlich von OTAG. Die Entwicklung des Linator Motors und des Powerblock-BHKW erfolgte in gleichberechtigter Kooperation mit dem Österreichischen Unternehmen Button Energy. Beide Unternehmen halten die Patente gemeinsam und fertigen sowohl Linatoren als auch das Powerblock-BHKW eigenständig. Während sich Button Energy hauptsächlich auf die Entwicklung der Pelletvariante bison-Powerblock konzentrierte und dafür einen optimierten Pelletbrenner entwickelte, konzentrierte sich OTAG auf die Entwicklung des lion-Powerblock für Erd- und Flüssiggas. Dementsprechend sind in Österreich derzeit etwa 30 pelletbetriebene bison-Powerblock von Button Energy und in Deutschland hingegen über 300 lion-Powerblock von OTAG bei Kunden in Betrieb.

„Wir wünschen unserem Partner OTAG eine schnelle und gute Lösung der derzeitigen Probleme“ erklärt Matthias Knopf, geschäftsführender Gesellschafter von Button Energy im Interview mit der BHKW-Infothek. „Eine Situation wie im Fall Sunmachine soll es für Powerblock Kunden keinesfalls geben“, beteuert Knopf. Denn bei einem ungünstigen Ausgang der OTAG Insolvenz werde sich notfalls Button Energy bemühen für eine Ersatzteilversorgung in Deutschland Lösungen finden. Es bestehe daher derzeit kein Grund zur Sorge für lion-Powerblock Betreiber.

Zudem könne eine Insolvenz auch eine Chance bedeuten, denn auch Button Energy habe im Jahr 2009 einen Konkurs durchlebt und sei Dank einer Kapitalaufstockung sowie einem gerichtlichem Zwangsausgleich saniert und gestärkt neu gestartet, stellt Button Energy Geschäftsführer Matthias Knopf abschließend fest.

Update vom 20.02.2012: Wie geht es weiter beim BHKW-Hersteller OTAG?
Nachrichten: Weitere Meldungen betreffend OTAG
Artikel zum BHKW: Die lion-Powerblock Serie
(Bilder: OTAG)

Ein Artikel von Louis-F. Stahl

 

11 Antworten auf Neue Details zum vorläufigen Insolvenzverfahren bei OTAG

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  2. Ökoheizer sagt:

    Wirklich schade diese Situation für OTAG. Besonders für die Kunden. Auch wenn es Ersatzteile von Button geben wird, wird es diese bestimmt nicht auf Kulanz geben! Vielleicht versucht sich OTAG auch nur mit der Insolvenz von Schulden und Kundenforderungen zu befreien und macht danach weiter… wer weiß.

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  4. Mario sagt:

    Aber doch garnicht so schlimm, wie erst gedacht. Diese Button Firma würde ja den Weiterbetrieb der bisherigen Powerblocks ermöglichen, wenn ich das richtig verstehe. Somit wären nur die Kunden betroffen, welche bezahlt, aber noch keine Heizung haben.

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  7. Vogtländer sagt:

    Tja, die Ankündigung der weiteren Unterstützung ist ja net. Unser Lion steht seit November still, Liniator ausgefallen(auch kein Heizbetrieb möglich). Zu erst wurden wir vertröstet und dann im Dezember kam die Erfolgsnachricht. Trotz Garantieanspruch, ist bisher nichts passiert. Mündliche Aussage im Dezember ‚ Sie bekommen ein Schreiben, mit einem Angebot im Januar. Es geht auf jedenfall weiter.‘. Toll, der Privatmann darf mit seinem Einkommen, einen Kredit finanzieren, sich ein nicht serientaugliches Gerät kaufen und dann nen Haufen Schrott im Keller haben den keiner mehr haben will. Ich lobe mir die Insolvensverfahren für Firmen, der Privatmann kann das nicht so einfach.

    • W.Ingenbleek sagt:

      Super ,auch mein Lion steht seit November komplett still , und daß obwohl seit über 4 Jahren ständig dran gearbeitet , ausgetauscht , verbessert ? usw wurde . Im Sommer läuft er und jetzt den vierten Winter in folge nicht . so wie es aussieht kann ich ja wohl alles abschreiben

      • Vogtländer sagt:

        Tja, damit sind Sie nicht der einzige. Bei uns seit 2007 ebenfalls immer das gleiche. Spätestens im Dezember hat das Teil den Geist aufgegeben und nur nach längerer Hinterhertelefonie kam ein Reperatur zu stande. Nun haben wir eigentlich das vierte Gerät (wenn man die Einzelreperaturen und Austauschgeräte zählt) und doch lief es nur wieder 10 Monate (mit Teilreperaturen). Leider werden wir wohl wieder Bezahlen müssen, um ein fehlerhaftes Gerät etwas am laufen zu halten. Toll für die Endnutzer, die eigentlich ne Garantieleistung zu erwarten haben.

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