Das Logavolt Nano-BHKW von Bosch Thermotechnik

Buderus Logavolt Prototyp (Bild: Bosch Thermotechnik)Verschläft der Heiztechnikriese Bosch Thermotechnik den Nano-BHKW Trend? Fast in Vergessenheit geraten ist, dass der besser unter seinen Marken Buderus und Junkers bekannte Konzern bereits im Jahr 2005 eine Vorentwicklungsstudie eines Gas-Zentralheizgerätes mit integriertem 450 Watt Stirlingmotor für Ein- und Zweifamilienhäuser präsentierte. Einige Jahre später kündigte Bosch die Gründung einer internationalen Kooperation zur Entwicklung einer Nano-BHKW Prototypenserie auf Basis eines neuen Stirlingmotors an.

Auf der ISH 2011 in Frankfurt stellten schließlich alle anderen namhaften Volumenhersteller der Heiztechnikbrache ihre serienreifen BHKW-Modelle für das Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser vor. Nur von den Bosch Thermotechnik Marken Buderus und Junkers war in diesem Segment wenig zu hören. Aufmerksame Besucher konnten jedoch auch auf dem Stand von Buderus ganz hinten in einem dunklen Winkel versteckt den Prototyp einer „Buderus Stirling-Energiezentrale“ entdecken.

Buderus Logavolt Prototyp auf der ISH 2011 (Bild: BHKW-Infothek)Junkers STH102-29 T100S Prototyp auf der ISH 2011 (Bild: BHKW-Infothek)Buderus Logavolt Stirlingmotor (Bild: Bosch Thermotechnik)

Logavolt Prototypen auf der ISH 2011 und Aufbau des Stirlingmotors von Infinia/Rinnai
(Bild 1-2: BHKW-Infothek, Bild 3: Bosch Thermotechnik)

Dabei hätte sich das Blockheizkraftwerk aus dem Hause Bosch auf der ISH in Frankfurt nicht verstecken müssen. Der Prototyp erster Generation einer kompakten bodenstehenden Stirling-Energiezentrale namens Buderus Logavolt mit integriertem Warmwasserspeicher stellt mit einem Stirlingmotor maximal 1 kW elektrische Leistung bei 7 kW Heizleistung bereit. Eine stufenlose Modulation bis auf eine Minimalleistung von 300 Watt elektrisch ist möglich. Ein integrierter Brennwert-Spitzenlastbrenner verhilft dem Logavolt zu einer maximalen Heizleistung von 31 kW. Selbst der Pufferspeicher mit 100 Liter Fassungsvermögen und eine Warmwasserbereitung sind in das kompakte Modell der ersten Generation integriert.

Der Stirlingmotor im Buderus Logavolt mit der komplizierten Bezeichnung STH102-29 T100S basiert auf einem Design von Infinia. Das aus den USA stammende Unternehmen Infinia entwickelt und produziert bereits seit 1985 Stirlingmotoren. Weiterentwickelt und produziert wird der vom Design dem Microgen Stirlingmotor nicht unähnlichem Freikolbenstirling von der Japanischen Rinnai Corporation. Rinnai ist Japans führender Hersteller von effizienten gasbetriebenen Heizgeräten. Auch das Logavolt Gesamtkonzept ist ein Ergebnis der Kooperation von Bosch Thermotechnik, Rinnai und der Ariston Group mit ihren Marken Chaffoteaux, Maury und Elco.


Logavolt Feldtest der Süwag in Steinbau
(Video: rheinmain.tv)

Von einer Markteinführung des Logavolt der ersten Generation hat Bosch Thermotechnik jedoch nach mehreren Feldtests Abstand genommen. „Für den privaten Sektor sehen wir für diese Technologie erst mit einer derzeit in der Entwicklung befindlichen zweiten – deutlich wirtschaftlicheren – Gerätegeneration realistische Marktchancen“, erläutert Thomas Pelizaeus von Bosch Thermotechnik im Interview mit der BHKW-Infothek. (lfs)

Nachrichten: Alle Meldungen zum Logavolt von Buderus
(Titelbild: Buderus)

 

4 Kommentare zu Das Logavolt Nano-BHKW von Bosch Thermotechnik

  1. HansHans sagt:

    Dann sind mit dem Whispergen, dem Microgen und jetzt dem Bosch/Rinnai mittlerweile drei verschiedene Stirlingmotoren da. Das finde ich gut, Konkurrenz belebt das Geschäft und sorgt hoffentlich für fallende Preise. Derzeit sind die BHKW für Zweifamilienhäuser noch zu teuer und unwirtschaftlich.

    • Ralf B. sagt:

      Hallo HansHans,

      was wäre wenn:

      Ich bekomme ein WhisperGen mit Pufferspeicher fix und fertig eingebaut.
      Das kostet 16000€
      Und jetzt kommt eigentlich der Hammer:
      Ich bezahle für das Gerät monatlich 10 jahrelang 119€/Monat (=14280€)
      Nach 10 Jahren bezahle ich den Restwert von 1720€ und das Gerät ist mir.
      Für die Energielieferung und Wartung bezahle ich eine Pauschale von 22,61€ im Monat.
      Ich muss allerdings für 10 Jahre das Gas bei unserem hiesigem Gaslieferanten abnehmen. Das kostet zur Zeit Brutto 5,56 Cent/kWh.
      Den erzeugten Strom kann ich in mein Haus einspeisen und der überschüssige Strom wird verkauft. Sämtlicher Erlöse wie z. Bsp. Energiesteuerrückerstattung, Einspeisevergütung, KWK-Bonus fließen in meine Tasche.
      Ich habe ein fast 25 Jahre alte Ölheizung. Mein 2-Familienhaus ist im Herbst 2010 energetisch saniert worden mit 12 cm Wanddämmung und ich habe neue Fenster mit 3-fach Verglasung.
      Nach diesem ersten Winter ging mein Ø-Ölverbrauch von ~3400 Liter auf 2850 Liter zurück.
      Ich habe eine Wohnfläche von 220 m² und es leben 5 Personen in diesem Haus.

      Gruß
      driver1707

      • Harweh sagt:

        Hallo,
        ich habe gerade den Bericht zum Mini BHKW gelesen und mich interessiert wie der aktuelle Stand ist.
        sind Sie noch zufrieden?
        stimmen die Planungszahlen noch?
        wie hoch sind die Stromerträge, deckt sich das ganze?
        Danke für eine kurze Info.
        Harweh

  2. Pingback: Markteinführung der ÖkoFEN Pellematic Smart_e 0.6 und Vorstellung des Entwicklungsprojektes ÖkoFEN_e 5.0 | BHKW-Infothek

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.