Alternative Stromkäufer können die Wirtschaftlichkeit steigern

Logo der buzzn GmbH (Bild: buzzn)Trotz steigender Energiepreise sinkt der Strompreis an der Strombörse EEX in Leipzig. Betrug der übliche Einspeisepreis für BHKW-Betreiber im 2. Quartal letzten Jahres noch 5,361 Cent je Kilowattstunde, sank der Strompreis in den letzten Quartalen um rund 16 Prozent auf derzeit nur 4,510 Cent je Kilowattstunde. Die Betreiber stromerzeugender Heizungen sind jedoch nicht verpflichtet, ihren in das Netz eingespeisten Strom dem örtlichen Verteilernetzbetreiber zum Grundlastpreis an der Strombörse zu überlassen.

Zu den Zeiten, in denen ein BHKW mehr Strom erzeugt als momentan in der Kundenanlage verbraucht wird, wird der überschüssige Strom in das Stromnetz eingespeist. Der Netzbetreiber (VNB) ist gemäß § 4 KWKG verpflichtet den eingespeisten Strom zu vergüten. Sofern keine gesonderte Vereinbarung getroffen wurde sieht das Gesetz vor, dass der “übliche Preis” zu zahlen ist, welchen der Gesetzgeber als den “durchschnittlichen Preis für Grundlaststrom an der Strombörse EEX in Leipzig im jeweils vorangegangenen Quartal” bezeichnet. Dieser Preis ist auch unter den Namen “KWK-Index” und “EEX-Baseload” bekannt. Da bisher für den eingespeisten KWK-Strom kein Wettbewerb bestand, zahlen die wenigsten Netzbetreiber Preise über dem KWK-Index.

KWK-Index / EEX-Baseload bis Q1/2012 (Grafik: BHKW-Infothek)

KWK-Index / EEX-Baseload bis Q1/2012 (Grafik: BHKW-Infothek)

Mittlerweile können BHKW-Betreiber jedoch nicht nur ihren Strom- und Gasanbieter für den Bezug wechseln, sondern auch für den in das Netz eingespeisten Strom. Erste Energieversorger haben die Zeichen der Zeit erkannt und kaufen KWK-Strom von Kleinanlagenbetreibern zu besseren Konditionen. Bundesweit tätig ist beispielsweise die buzzn GmbH, welche derzeit 6,25 Cent je eingespeister Kilowattstunde bietet. Langfristig soll der Preis immer etwa einen Cent je Kilowattstunde über dem EEX-Baseload liegen, erklärt der Anbieter.

Demgegenüber steht bei buzzn ein monatlicher Grundpreis von 7,- Euro (netto) für den Einspeiser. Der Wechsel zu einem alternativen Anbieter lohnt sich dementsprechend nicht für die Betreiber von Nano-BHKW. Betreiber größerer BHKW mit Einspeisemengen ab etwa 9.000 Kilowattstunden pro Jahr sollten hingegen prüfen, ob ein Wechsel für sie sinnvoll ist. Den KWK-Zuschlag von bis zu 5,11 Cent sowie die Vergütung vermiedener Netzentgelte (vNNE) erhalten die Betreiber von Blockheizkraftwerken in jedem Fall weiterhin von ihrem örtlichen Netzbetreiber.

Weblink: www.buzzn.net
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4 Responses to Alternative Stromkäufer können die Wirtschaftlichkeit steigern

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