Das ZuhauseKraftwerk kann jetzt käuflich erworben werden

Volkswagen EcoBlue (Bild: Volkswagen)Nachdem der Vertrieb des LichtBlick ZuhauseKraftwerkes vor wenigen Wochen überraschend ausgesetzt wurde (die BHKW-Infothek berichtete), stellte LichtBlick heute sein neues Konzept für die Zukunft der ZuhauseKraftwerke vor. Das derzeitige Energieliefercontracting, bei dem das ZuhauseKraftwerk im Eigentum von LichtBlick bleibt und der Kunde lediglich einen Energieliefervertrag abschließt, wird aufgegeben.

Interessenten können das ZuhauseKraftwerk ab sofort kaufen und zudem zwischen verschiedenen Dienstleistungsmodellen wie Wartungsverträgen und einem Betriebsführungscontracting von LichtBlick wählen. Aufgrund seiner elektrischen Leistung von 19,2 Kilowatt eignet sich das ZuhauseKraftwerk unter anderem für Neubauten und Sanierungen von Mehrfamilienhäusern, Gewerbeobjekten, Schulen, Kitas oder auch für die Versorgung von Nahwärmenetzen. LichtBlick strebt zudem Kooperationen mit Stadtwerken an und möchte sein Engagement im öffentlichen Sektor verstärken.

Der Kaufpreis für ein ZuhauseKraftwerk beträgt ab sofort 27.990 Euro zuzüglich Umsatzsteuer und Installationskosten. LichtBlick bietet damit das mit Abstand preiswerteste Blockheizkraftwerk in der Leistungsklasse um 20 Kilowatt elektrischer Leistung an. Zudem wird die Anschaffung eines ZuhauseKraftwerkes bundesweit mit 3.460 Euro durch das Mini-KWK-Impulsprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie auch durch verschiedene regionale Programme gefördert.

Der Einbau der ZuhauseKraftwerke erfolgt auch weiterhin ausschließlich über zertifizierte Handwerkspartner von LichtBlick. In der Anfangsphase ist der Kauf eines ZuhauseKraftwerkes zwingend mit dem Abschluss eines Wartungs- und Betriebsführungsvertrages von LichtBlick verknüpft. „Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir die ZuhauseKraftwerke auch ohne das für den Kunden sehr komfortable Betriebsführungspaket anbieten“, erläutert LichtBlick Pressesprecher Ralph Kampwirth im Gespräch mit der BHKW-Infothek.

Bei der Betriebsführung des ZuhauseKraftwerkes durch LichtBlick übernimmt LichtBlick neben dem Betrieb des Gerätes auch den Gaseinkauf, die Stromvermarktung und vereinnahmt anstelle des Eigentümers den KWK-Zuschlag. Mit dem Kunden wird bei Abschluss des Vertrages ein individueller Wärmepreis sowie eine Vergütung für den in das Netz eingespeisten Strom vereinbart. Die Stromvergütung richtet sich nach dem vereinbarten Wärmepreis und soll etwa 9 Cent je Kilowattstunde betragen. Der Vertrag sieht für LichtBlick eine Vertragsbindung über 15 Jahre vor, während die Kunden sich nur für je zwei Jahre festlegen müssen. Über Preisgleitklauseln mit Bindung an entsprechende Indizes ergibt sich für beide Seiten eine stets marktgerechte Preisentwicklung.

Für die Betreiber ist das Betriebsführungskonzept durch LichtBlick jedoch nicht unbedingt wirtschaftlich vorteilhaft. Anstelle einer Volleinspeisung könnten die Betreiber von ZuhauseKraftwerken bei einer Strombezugssubstituierung durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms den Einkauf von etwa 25 Cent je Kilowattstunde teuren Stroms vermeiden, anstelle etwa 9 Cent für die Volleinspeisung von LichtBlick zu erhalten. „Zukünftig werden wir allerdings verschiedene Modelle anbieten, so dass unsere Kunden neben der Betriebsführung durch LichtBlick die Anlage auch selbst betreiben können. Individuelle Angebote wie eine Einbindung in unser SchwarmStromsystem auch in Verbindung mit einem Eigenbetrieb der Anlage sind zukünftig denkbar und werden unseren ZuhauseKraftwerkskunden größtmögliche Flexibilität ermöglichen“, verspricht Kampwirth.

Hinsichtlich des obligatorischen Wartungsvertrages bietet LichtBlick den Kunden anfangs zwei Modelle mit einer Mindestvertragslaufzeit von jeweils zwei Jahren an. Kampwirth: „Die Käufer unseres ZuhauseKraftwerkes haben die Möglichkeit entweder einen Teilwartungsvertrag zum Preis von 30 Cent (netto) je Betriebsstunde oder einen Vollwartungsvertrag einschließlich aller anfallenden Reparaturkosten für 60 Cent (netto) je Betriebsstunde zu wählen.“ Umgerechnet auf die Kilowattstunde Strom ergibt sich somit ein vergleichsweise günstiger Preis von etwa 3,1 Cent für den Vollwartungsvertrag.

LichtBlick plant das ZuhauseKraftwerk in Zukunft je nach Bedarf des Kunden auch im Paket mit einem Spitzenlastkessel anzubieten. Zudem können Immobilienbesitzer demnächst neben der Wärme auch den SchwarmStrom selber nutzen. Diese Option ist angesichts steigender Strompreise besonders wirtschaftlich. Für den Direktbezug des SchwarmStroms durch die Bewohner der jeweiligen Objekte prüft LichtBlick derzeit verschiedene Meteringoptionen. „Beim Messststellenbetrieb werden wir die für den Kunden wirtschaftlichste Variante anbieten“, erläutert LichtBlick Pressesprecher Ralph Kampwirth die weiteren Überlegungen von LichtBlick für die Zukunft der ZuhauseKraftwerke im Gespräch mit der BHKW-Infothek.

Nachrichten: Weitere Meldungen zum ZuhauseKraftwerk von LichtBlick
(Titelbild: Volkswagen AG)

Ein Artikel von Louis-F. Stahl

 

5 Kommentare zu Das ZuhauseKraftwerk kann jetzt käuflich erworben werden

  1. Kraftwerker sagt:

    Moment mal! Anstelle von 5.000 Euro soll man jetzt fast 30.000 Euro zahlen und bekommt dafür läppische 9 Cent?

    Nimmt man den Wartungspreis von 60 Cent, wären das 3,125 Cent je erzeugter kWh. Somit bleiben 5,875 Cent je kWh beziehungsweise 1,128 Euro je Betriebsstunde an Gewinn vor Abschreibungen. Das würde bedeuten, die Anlage hätte sich nach 26.595 Betriebsstunden bezahlt gemacht. Eine Laufzeit von 2.660 Stunden pro Jahr sollte kein Problem darstellen. Die Frage ist natürlich, wie sich dabei der Wärmepreis gestaltet und ob Lichtblick die Anlage auch laufen lässt, denn darauf hat man ja wegen der Fernsteuerung keinen Einfluss. Startet LichtBlick die Anlage nicht oft genug, kann die Kalkulation nach hinten losgehen.

    • Der Klempner sagt:

      Hallo „Kraftwerker“
      das ist doch nicht anstelle von…
      das ist ein komplett zusätzliches/anderes Betreiber-/Wirtschaftsmodell

      der Klempner

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