Rückblick: Vom zerplatzten Traum einer Sunmachine

Sunmachine (Grafik: Hersteller)Das 2005 gegründete Unternehmen Sunmachine entwickelte das erste in Serie gefertigte Holzpellet BHKW. Diese technische Innovation wurde vom Markt mit Begeisterung aufgenommen. Doch anstatt das Produkt fertig zu entwickeln wurden über 400 Module des nicht fertig entwickelten und nur unzureichend getesteten BHKW produziert und verkauft.

Der enorme Wartungsbedarf der mangelhaften Stirlingmotoren sowie die aus Gewährleistungsansprüchen von Kunden stammenden Forderungen und nur geringe Fortschritte in der Entwicklung führten trotz zahlreicher Kapitalspritzen in insgesamt zweistelliger Millionenhöhe und einem gescheiterten Restrukturierungsversuch schlussendlich im Jahr 2010 zur Insolvenz der Sunmachine GmbH. Die betroffenen Sunmachine Endkunden hatten jedoch Verträge mit lokalen Heizungsbauern und Sunmachinelizenzpartnern, weshalb ein großer Teil der Sunmachinepleite zu Lasten des lokalen Handwerks abgewickelt wurde.

Die Suche nach neuen Investoren in letzter Minute wurde zudem erschwert als im April 2010 bekannt wurde, dass sich im Brennraum der Sunmachine Pellet während der Verbrennung giftiges und krebserregendes Kaliumchromat bildete. Auch stand in diesem Zusammenhang zum damaligem Zeitpunkt der Verdacht einer Kontamination von zahlreichen Mitarbeitern und externen Wartungspersonals im Raum.


Fernsehbeitrag zur Sunmachine im BR-Fernsehen
(Video: BR-Fernsehen)

Die Rechte an den Patenten sowie die bisherige Entwicklungsleistung wurden letztendlich für fast 1 Mio. Euro von der Sachsen Stirling GmbH aus der Sunmachine Insolvenzmasse erworben. Sachsen Stirling kündigte daraufhin an, die Sunmachine weiter entwickeln zu wollen. Bisher sind jedoch keine weiteren Neuigkeiten dazu an die Öffentlichkeit gelangt.

Sunmachine pellet (Grafik: Sunmachine)Sunmachine pellet Schnittbild (Grafik: Sunmachine)

Sunmachine Pellet

Sunmachine Pellet
Als erstes Modell der Sunmachine Produktpalette wurde die Sunmachine Pellet vorgestellt. Kern der Sunmachine Pellet ist ein in Eigenleistung entwickelter Stirlingmotor sowie eine Brennkammer für den nachwachsenden Rohstoff. Ein sogenannter Upside-down-Brenner erzeugt aus den Holzpellets eine Flamme, die wie eine Raketenflamme von oben nach unten auf den Wärmetauscher des Stirlingmotors brennt. Hohe Temperaturen von bis zu 850 °C sorgen dann für Bewegung im Stirlingmotor. Die elektrische Energie wurde in einem separaten wandhängenden Wechselrichter aufbereitet. Im Gehäuse des Wechselrichters befindet sich auch die Steuerung mit einem damals sehr innovativen Touch-Display.

Aufgrund des nachwachsenden Brennstoffes kann die Sunmachine Pellet nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz anstelle des bei BHKW üblichen Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes betrieben werden, was eine besonders hohe Stromvergütung ermöglicht. Dem gegenüber stand jedoch damals ein sehr hoher Anschaffungspreis von fast 30.000 Euro zuzüglich Peripherie und Einbau.

Sunmachine gas (Grafik: Sunmachine)Sunmachine gas Schnittbild (Grafik: Sunmachine)

Sunmachine Gas

Sunmachine Gas
Nachdem sich Probleme mit der Sunmachine Pellet aufgrund von Verbrennungsrückständen abzeichneten, wurde eine neues Modell für den Betrieb mit Erdgas vorgestellt. Erdgas ist im Vergleich zu Holzpellets unproblematischer in der Verbrennung und verbrennt nahezu rückstandsfrei. Auch der nahezu um ein Drittel niedrigere Preis von etwa 20.000 Euro sollte neue Käuferschichten erreichen. Aufgrund der Insolvenz von Sunmachine wurde dieses Projekt nicht abgeschlossen.

Sunmachine solar (Grafik: Sunmachine)

Sunmachine Solar

Sunmachine Solar
Es war geplant die Erdgasvariante der Sunmachine mit einem Parabolspiegel zu kombinieren um im Sommer auch solare Energie nutzen zu können. Da einem Stirlingmotor zur Stromproduktion lediglich Wärme zugeführt werden muss, erschien dies als ein gangbarer Weg. Ein funktionsfähiger Prototyp wurde errichtet und der Presse vorgeführt. Aufgrund der Pleite von Sunmachine und der Probleme mit dem Motor der Sunmachine wurde auch dieses Projekt nicht zur Serienreife gebracht. (lfs)

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(Bilder: Sunmachine GmbH)

 

6 Kommentare zu Rückblick: Vom zerplatzten Traum einer Sunmachine

  1. Samarin Alex sagt:

    Until 2011, I worked for a company hoehne-gmbh. My first idea: patent US20100313559.After a successful experiment with two-phase working medium (air – water) I’m looking for a sponsor to continue. . I would like to try a couple of pentane – nitrogen, as pentane has high lubricating properties.. I have developed a combustion chamber with the effect of potential vorticity, which through a FILTER attached to the gasifier.

  2. Roland Sammer sagt:

    Wenn jemand eine neue oder gebrauchte Sunmachine hat/weiss, ich hätte interesse daran.

    Kontakt:
    rosammer’ät“web.de

    DANKE

  3. Erkki Ollikainen sagt:

    May I get more information for sunmachine pellet machine, please.

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