Brennstoffzellen im Fokus: Elcore 2400

Das elcore 2400 (Grafik: elcore GmbH)Neben der RBZ hat auch der Münchener Brennstoffzellenpionier Elcore die Markteinführung seines Brennstoffzellen-BHKW aufgeschoben. Noch im letzten Jahr wurde ein kommerzieller Verkauf des wandhängenden Nano-BHKW Elcore 2400 zu einem Preis von 9.000 Euro für 2013 angepeilt. Überraschend wurde vor kurzem auf der Hannover Messe jedoch bekannt, dass Elcore in diesem Jahr lediglich die Marktvalidierung im Rahmen von Feldtests mit Energieversorgern und dem Projekt ene.field fortsetzen wird.

Elcore 2400 auf der Hannover Messe 2012 (Foto: BHKW-Infothek)

Elcore 2400 auf der Hannover Messe
(Foto: BHKW-Infothek)

Das Elcore 2400 ist mit seiner elektrischen Leistung von 300 Watt bei einer Wärmeabgabe von 600 Watt das kleinste Brennstoffzellen-BHKW und optimal auf den typischen Energiebedarf von Einfamilienhäusern zugeschnitten. Andere Nano-BHKW für Einfamilienhäuser mit Stirling- oder Verbrennungsmotor erzeugen hingegen typischerweise mit einer Leistung von einem Kilowatt weit mehr Strom, als in Einfamilienhäusern benötigt wird. Zeitgleich produzieren motorische Nano-BHKW jedoch auch etwa 2,5 bis 5,5 kW thermische Leistung, die in kleinen Immobilien im Sommer nicht durchgehend abgenommen werden kann. Dementsprechend stehen herkömmliche Nano-BHKW in Einfamilienhäusern etwa 40 bis 60 Prozent der Zeit still und produzieren dann natürlich auch keinen Strom. Durch die geringe Wärmeproduktion von nur 600 Watt soll das Elcore 2400 diese Problematik umschiffen und bei einem durchgehenden Betrieb den Grundlastbedarf an Wärme und Strom decken.

Hinter dem Unternehmen Elcore steht mit Dr. Manfred Stefener kein Unbekannter im Bereich der Brennstoffzellentechnik. Stefener gründete mit der Smart Fuel Cells (SFC) bereits einen erfolgreichen Anbieter von mobilen Brennstoffzellen. Im Oktober 2006 gründete Stefener mit der elcomax GmbH schließlich ein neues Unternehmen zur Entwicklung von Stacks für stationäre Brennstoffzellenheizgeräte. Im September 2010 übernahm dann das aus der elcomax hervorgegangene Unternehmen Elcore die Entwicklung eines Brennstoffzellen-BHKW für den Massenmarkt unter dem Namen Elcore 2400. Erprobt wird das nur rund 60 kg leichte Gerät seit Mitte 2011 in mehreren Testläufen und sollte eigentlich noch in diesem Jahr für Endkunden außerhalb von Testprogrammen zu haben sein.

Elcore 2400 im Feldtest der Thüga (Bild:elcore)

Elcore 2400 im Feldtest
(Foto: Elcore / Thüga)

Anstelle eines freien Verkaufes werden derzeit sieben Elcore 2400 zusammen in einem Erprobungsprojekt mit Partnerunternehmen der Thüga-Gruppe installiert. Jeweils ein Gerät geht im Rahmen dieser für die Dauer von 12 Monaten geplanten Erprobung an die Badenova in Freiburg, die ESWE Versorgung in Wiesbaden, die Halberstadtwerke, die Stadtwerke Langenfeld, die Thüga Energienetze in Schifferstadt, die Stadtwerke Pforzheim und die Stadtwerke in Stade. Im Verlauf dieses Jahres soll zudem mit der Installation von 135 Geräten im Rahmen des europaweiten Brennstoffzellen-Feldtests ene.field begonnen werden.

Allerdings sollen die „Erprobungen im Rahmen von ene.field und der Kooperation mit der Thüga-Gruppe nur ein Teil der Marktvalidierung des Elcore 2400 darstellen. Parallel finden weitere Programme beispielsweise mit Installateuren aus unterschiedlichen Regionen statt“, beschreibt Elcore-Vertriebsleiter Martin Eichelbrönner im Gespräch mit der BHKW-Infothek den aktuellen Stand auf der Hannover Messe 2013.

Fortschritte konnte Elcore im letzten Jahr zudem bei der Produktion des Elcore 2400 erzielen. Eine von Armbruster Engineering bei Elcore neu installierte Produktionsanlage fasst alle Schritte der Fertigung von der Vormontage einzelner Komponenten bis hin zum Transport, der Endmontage und den Kommissionierungsplätzen der fertigen Brennstoffzellen-BHKW in einem durchgehenden Prozess zusammen. „Ein besonderes Augenmerk haben wir dabei auf eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Aufträge und Bauteile gelegt. Gerade in der Einführungsphase unseres Gerätes können wir so schnell Verbesserungspotential entdecken und direkt in der Fertigung umsetzen“, erläutert Elcore-Produktionsleiter Martin Burger.

Artikel zum BHKW » Das Elcore 2400 Brennstoffzellen-BHKW
Nachrichten: Weitere Meldungen zur Elcore 2400 Brennstoffzelle

Ein Artikel von Louis-F. Stahl

 

3 Responses to Brennstoffzellen im Fokus: Elcore 2400

  1. xh01 sagt:

    Das BlueGen nutz als einzigstes Gerät das große Potenzial von Brennstoffzellen. Bei den Werten dieses elcore kann man sich auch gleich ein eco 1.0 kaufen 🙁

  2. Josef Simon sagt:

    Knackpunkt ist immer der Preis und die möglichen Folgekosten bei Brennstoffzellengeräten die „Zellsticks“ irgendwann zu erestzen. Sonst sollten diese Geräte Wartungsfrei sein Oder?

    mit sonnigen Grüßen aus Bayern Solarstrom Simon

  3. Pingback: Förderprogramme bringen Brennstoffzellen auf den Markt | BHKW-Infothek

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