Das Elcore 2400 Brennstoffzellen-BHKW kommt!

Das Elcore 2400 (Grafik: elcore GmbH)Mit dem Elcore 2400 ist ab sofort ein weiteres Brennstoffzellen-BHKW für Endkunden erhältlich. Das Elcore 2400 ist mit seiner elektrischen Leistung von 300 Watt auf den typischen Bedarf von Einfamilienhäusern ausgelegt. Andere Nano-BHKW für Einfamilienhäuser mit Stirling- oder Verbrennungsmotoren erzeugen jedoch typischerweise mit einem Kilowatt weit mehr elektrische Leistung.

Zeitgleich produzieren motorische Nano-BHKW hingegen auch etwa 3 bis 5 kW thermische Leistung, die in kleinen Immobilien nicht durchgehend abgenommen werden kann. Motorische BHKW stehen daher in Einfamilienhäusern etwa 40 bis 60 Prozent der Zeit still und produzieren keinen Strom.

Elcore 2400 auf der Hannover Messe 2012 (Foto: BHKW-Infothek)

Elcore 2400 auf der Hannover Messe 2012
(Foto: BHKW-Infothek)

An diesem Problem setzt das neue Konzept von Elcore an. Aufgrund der geringen Wärmeproduktion von lediglich 600 Watt soll mit dem Elcore 2400 Brennstoffzellen-BHKW auch bei geringem Wärmebedarf im Sommer ein durchgehender Betrieb ermöglicht werden und zeitgleich die elektrische Grundlast von Einfamilienhäusern mit den erzeugten 300 Watt gedeckt werden, berichtet Elcore Vertriebsleiter Martin Eichelbrönner im Gespräch mit der BHKW-Infothek. Da zugekaufter Strom etwa vier- bis fünfmal so viel kostet wie selbst erzeugter Strom, ist der Eigennutzungsanteil der wesentliche Faktor für die Wirtschaftlichkeit eines BHKW. „Das Elcore 2400 ist darauf ausgelegt, den permanenten Grundstrombedarf im Einfamilienhaus das ganze Jahr über rund um die Uhr abzudecken. So erreicht das Elcore 2400 sehr hohe Jahreslaufzeiten und einen im Ein- und Zweifamilienhausbereich bislang unerreichten Eigennutzungsanteil des Stroms von etwa 95 Prozent“, erläutert Martin Eichelbrönner des Konzept des Elcore 2400.

Erprobt wird das wandhängende und nur 60 kg leichte Elcore 2400 bereits seit Mitte 2011 in Feldtests. Nur kurz nach der Vorstellung auf der Hannover Messe 2012 wurde das Elcore 2400 auch für die Bestellung durch einzelne Endkunden freigegeben. Mit Beginn der Großserienfertigung im Jahr 2013 soll der Preis auf unter 9.000 Euro sinken. Bei jeder Installation muss dem Elcore 2400 ein ausreichend dimensionierter Pufferspeicher zur Seite gestellt werden. Für den Heizbedarf im Winter ist zudem eine Spitzenlasttherme erforderlich.


Vorstellung des Elcore 2400 auf der Hannover Messe 2012
(Video: BHKW-Infothek)

Hinter dem Unternehmen Elcore steht mit Dr. Manfred Stefener kein Unbekannter im Bereich der Brennstoffzellentechnik. Stefener gründete mit Smart Fuel Cells (SFC) bereits einen erfolgreichen Anbieter von mobilen Brennstoffzellen. Im Jahr 2005, als sich bei SFC der wirtschaftliche Erfolg bereits eingestellt hatte, wechselt Stefener bei SFC vom operativen Geschäft in den Aufsichtsrat. Dieser Position mangelte es jedoch vermutlich an Abwechslung, da Stefener bereits im Oktober 2006 mit der elcomax GmbH ein neues Unternehmen zur Entwicklung von Stacks für Brennstoffzellenheizgeräte gründete. Seit September 2010 übernimmt das aus der elcomax membranes hervorgegangene Unternehmen Elcore die Entwicklung eines Brennstoffzellen-BHKW für den Massenmarkt. Das Ergebnis dieser Entwicklungskette und der Arbeitskraft von immerhin 60 Mitarbeiten ist das auf der Hannover Messe 2012 vorgestellte Modell Elcore 2400.

Das erste für Endkunden erhältliche Brennstoffzellen-BHKW BlueGen kostet derzeit noch fast 30.000 Euro. Sollte der avisierte Preis von unter 9.000 Euro für das Elcore 2400 Wirklichkeit werden, wäre das Elcore 2400 eine interessante Alternative zu den konventionellen Nano-BHKW mit Stirling- oder Verbrennungsmotor. (lfs)

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Webseite: www.elcore.com

 

6 Kommentare zu Das Elcore 2400 Brennstoffzellen-BHKW kommt!

  1. Koschi sagt:

    Die Idee für EFH mit nicht mit 1 kW „Kanonen“ zu schießen ist gut. Aber 300 Watt sind zu wenig. Passender wären eher 500 Watt. Zudem ist das Verhältnis von Wärme zu Strom für eine Brennstoffzelle keine Glanzleistung. Das BlueGen ist da um ein Vielfaches besser!

    • Strobel sagt:

      Die Meinung, dass Bluegen um Vielfaches besser ist, kann ich nicht teilen :
      – Gesamtwirkungsgrad Bluegen < 85 %, Elcore Der schlechtere Bluegen-Wirkungsgrad muss erstmal wieder erwirtschaftet werden
      – 300 Watt Grundleistung der Elcore sind vollkommen ausreichen. Jedoch sind die Fixkosten für die Elcore-Lösung (Zählergebühren, Kaminkehrer) im Verhältnis zum finanz. Gesamtnutzen eindeutig zu hoch
      – Der (finanz.) Wartungsaufwand der Bluegen ist erheblich, für das Elcore-System scheint er sich in Grenzen zu halten
      – Eine Bluegen mit > 1kWhel. Ausgangsleistung ständig zu betreiben scheint nicht die Realität zu sein (zu können). Deshalb ist der Gerätepreis (pro kW umgerechnet) für tatsächlich nutzbare elekt. leistung meines Erachtens für Elcore und Bluegen ungefähr gleich.
      – Bluegen-Nutzer brauchen für eine möglichst gute Wirtschaftlichkeit mind. dreifach höheren ständige Stromverbraucher gegenüber der Elcore. Das ist für ein Einfamilienhaus eine Ilusion und spricht damit gegen eine Bluegen im EFH.

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