BlueGen-Hersteller Ceramic Fuel Cells beantragt Insolvenz

CFCL BlueGen auf der Hannover Messe 2011 (Bild: BHKW-Infothek)Düstere Zeiten für den BlueGen: Nachdem die australische „Ceramic Fuel Cells Limited“ am 2. März bekanntgab, dass der Unternehmensvorstand zu dem Schluss gekommen ist, dass das Unternehmen entweder bereits insolvent ist, oder kurz davor steht zahlungsunfähig zu werden, hat auch die deutsche Ceramic Fuel Cells GmbH aus Heinsberg beim Amtsgericht Aachen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt.

Wie ein Unternehmenssprecher gegenüber der Energie & Management Verlagsgesellschaft mitteilte, wolle und könne die CFC-Muttergesellschaft „ihrer deutschen Tochtergesellschaft in der derzeitigen Situation keine weiteren finanziellen Mittel zur Fortführung des Geschäftsbetriebes bereitstellen.“ Gleichwohl der CFC-Sprecher gegenüber E&M betonte, dass das Unternehmen „weiterhin beim Vertrieb und Anlagenservice aktiv“ bleiben werde, liegt diese Entscheidung nicht mehr bei der bisherigen Unternehmensführung: Das Amtsgericht Aachen hat mit Beschluss vom 4. März 2015 Rechtsanwalt Jörg Zumbaum zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Ceramic Fuel Cells GmbH bestellt und Sicherungsmaßnahmen angeordnet (Aktenzeichen: 92 IN 47/15).

Zur Sicherung des Vermögens wurde als vorläufige Maßnahme gemäß § 21 Abs. 2 Nr. 2 ein allgemeines Verfügungsverbot erlassen. Die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis liegt daher ab sofort ausschließlich beim vorläufigen Insolvenzverwalter. Ob Ceramic Fuel Cells mit seinen rund 40 Mitarbeitern in Heinsberg „gestärkt aus dieser schwierigen Situation“ hervorgehen wird, wie es der Unternehmenssprecher erwartet, bleibt abzuwarten.

CFCL BlueGen auf der Hannover Messe 2011 (Bild: BHKW-Infothek)CFCL BlueGen auf der Hannover Messe 2011 (Bild: BHKW-Infothek)CFCL BlueGen auf der Hannover Messe 2011 (Bild: BHKW-Infothek)

CFC BlueGen Brennstoffzellen-BHKW auf der Hannover Messe 2011

Ceramic Fuel Cells entwickelt bereits seit 1992 Brennstoffzellenheizgeräte sowie Brennstoffzellenstacks und weitere Komponenten für andere Hersteller von Brennstoffzellen-BHKW. Das BlueGen Brennstoffzellen-BHKW wurde im Mai 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt und bereits kurz darauf weltweit in Feldtests erprobt. Die Erprobung in Deutschland erfolgte zunächst mit 17 Modulen im Rahmen des Callux Projektes, an dem sich auch Vaillant und die Baxi Gruppe beteiligen.

Als Ergebnis des BlueGen-Feldtests wurde die ursprünglich angestrebte elektrische Leistung von 2 kW auf 1,5 kW abgesenkt, damit eine vertretbare Lebensdauer des Brennstoffzellenstapels erreicht werden kann. Nachdem die Platzhirsche der Heiztechnikbranche seit Anfang der 1990er Jahre die Einführung von Brennstoffzellen “in wenigen Jahren” versprachen, ohne diesem oft wiederholten Versprechen Taten folgen zu lassen, durchbrach Ceramic Fuel Cells diese Lethargie immer neuer Forschungsprojekte im Dezember 2011 mit der Markteinführung des BlueGen.


10. BHKW-Info-Tag 2014: Vortrag zum BlueGen von Ceramic Fuel Cells

Unabhängig von der aktuellen Unternehmenslage ist das Produkt „BlueGen“ und sein in Heinsberg gefertigter Brennstoffzellenstack „Gennex“ den Marktbegleitern nach Ansicht der BHKW-Infothek noch immer um Jahre voraus: Das BlueGen-Modul erreicht seine elektrische Nennleistung von 1.500 Watt bei einer Heizleistung von nur etwa 625 Watt und erzielt somit eine von seiner Konkurrenz unerreichte Stromkennzahl von 2,4 bei einem elektrischen Wirkungsgrad von sagenhaften 60 Prozent. Mit diesen Traumwerten ist das BlueGen die mit Abstand effizienteste stromerzeugende Heizung. (lfs)

Mehr: Alle Artikel der BHKW-Infothek zum BlueGen von CFC

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11 Kommentare zu BlueGen-Hersteller Ceramic Fuel Cells beantragt Insolvenz

  1. JohnG sagt:

    Zumindest das KnowHow wird sich vermutlich jemand aus der Insolvenz herauskaufen… Mals abwarten welcher Konzern sich das schluckt.

  2. twerther sagt:

    Das ist wirklich schade und eine traurige Nachricht!
    Manchmal ist das Leben wirklich ungerecht.
    Auf der persönlichen Ebene habe ich die Kollegen als sehr engagiert und kompetent wahrgenommen.
    Alles Gute und vielleicht durch diese Veränderung auch einen neuen Start!

  3. Jörg Heynkes sagt:

    Traurige Nachricht!!
    Hoffentlich gibt es einen vernünftigen Neustart und eine gute Zukunft für dieses tolle Produkt!
    Bei uns in der VillaMedia bewährt sich die Bluegen täglich.
    LG JH

  4. Ernst Gottschalk sagt:

    Schon wieder muss ein Hoffnungsträger Insolvenz anmelden.
    Warum bloß laufen nur die großen BHKW’s mit konventionellen Antriebstechniken und nicht die kleinen innovativen für Einfamilienhäuser?
    Sind die Entwickler nicht kreativ genug? Oder fehlt es an Geld?
    Wie soll denn das politisch gewollte Ziel, den Anteil der BHKW bundesweit zu erhöhen, erreicht werden, wenn es bei der halbherzigen staatlichen Förderung bleibt?
    Ein riesiges Hindernis ist z.B. die faktische Beschränkung staatl. Förderung auf Neubauvorhaben. Wer ad hoc in der Heizperiode seine alte Heizung ersetzen muss, kann nicht auf den Förderungsbescheid warten, ganz abgesehen von den sonstigen Hürden, die zu überwinden sind um einen minimalen Zuschuss zu erhalten.

  5. Frank Buttgereit sagt:

    Die australische Mutter hat die gesamtkosten für Entwicklung und Markteinführung wohl unterschätzt.
    Die Leistungsdaten waren extrem vielversprechend so das die Latte wo die Reise hingehen sollte ziemlich hoch lag.
    Dieses TOP-Produkt begegnet uns bald wieder, wenn auch in einem anderen „Kleid“.

  6. Walter Buschmann sagt:

    Bei mir im alten Wasserturm in Wuppertal, läuft ein Bluegen jetzt seit dem 10.12.2014 sehr zufriedenstellend.
    Die Stromausbeute ist enorm und ich habe meinen Stromverbrauch durch den Bluegen erheblich senken können.

    Allerdings werfen sich für mich einige Fragen auf:
    1. Was passiert im Fehlerfall (oder wenn der Stapel degeneriert ist)
    2. Können die Wartungen (10 Jahre zum Preis von 600 €) überhaupt noch durchgeführt werden, wenn keine Stapel mehr produziert werden usw?
    3. Werden die Anlagen noch fernüberwacht ?
    usw. usw

    Ich hoffe mal, dass die Firma irgendwie weiter existiert

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  9. Frank Kirsch sagt:

    Die italienische Firma Solid Power s.p.a., Mezzolombardo, hat sich die CFC in Heinsberg einverleibt, der Standort und die Belegschaft bleibt erhalten, neuer Name Solid Power GmbH

  10. Eugen Klys sagt:

    Auch ich hatte eine Brennstoffzellenheizung von der Fa. Vaillant im Feldversuch, nicht gerade billig, laufen.
    Die traurige nachricht: ab Juli 2017 gibt es keine Brennstoffzelle bei Vaillant, der ganze versuch wurde abgebrochen.

    Was ist los mit der Brennstoffzelle – ist diese Heizungsart gestorben.

    Bin enttäuscht von der ganzen Sache

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